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Klares Bekenntnis zu den Wurzeln und zur gesamten Region

Ein Verein entwickelt sich. Sportlich, organisatorisch und auch wirtschaftlich. Nehmen wir zum Beispiel die Melsunger Handballer. Deren Weg von der Kreisklasse bis in die 1. Bundesliga, hier angedeutet auf einem Zeitstrahl mit den jeweiligen Logos der wichtigsten Etappen, hat rund 25 Jahre gedauert. Ende der 70er Jahre spielte die 1. Männermannschaft der Handballabteilung der Melsunger Turngemeinde 1861 e.V. noch auf lokaler Ebene. Niemand konnte damals ahnen, dass sie fünf Aufstiege schaffen würde, um im Jahr 2005 in der höchsten deutschen Spielklasse anzutreten. Auf dem Weg dorthin hat sich aus dieser Keimzelle ein Profisportclub entwickelt, der inzwischen sogar international erste Erfolge feiert.

In diesem Jahr feiert die Handball-Bundesliga ihr 50-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Gründung 1966 haben genau 95 Clubs in der höchsten deutschen Spielklasse mindestens eine Saison absolviert. Für die MT ist es inzwischen die zwölfte, was ihr in der “Ewigen Bundesligatabelle” bereits Rang 23 beschert. Bislang erzielte sie 11.117 Tore in 386 Spielen, von denen 157 gewonnen und 195 verloren wurden und 34 unentschieden endeten. 

Das “Melsunger Modell

Doch so exakt mit diesen Zahlen auch die sportliche Bilanz erfasst werden kann, so wenig lassen sie erahnen, welche Anstrengungen hinter den Kulissen unterrnommen werden mussten, um sie überhaupt zu erreichen. Im Bestreben um sportliche Weiterentwicklung war es notwendig, jeweils eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen um Tore und Punkte zu schicken. Ab einem bestimmten zeitlichen Aufwand, den die Spieler für Training und Wettkampf leisten mussten, war es ihnen nicht mehr möglich, parallel zum Handballsport auch noch einer geregelten beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Das “Melsunger Modell”, welches noch bis in den ersten Jahren des Zweitliga-Handballs funktionierte, hatte sich spätestens überholt, als verstärkt das Ziel “Aufstieg in die 1. Liga” ins Auge gefasst wurde. Bis dahin gelang es oft, talentierte Handballer zum Einstieg bei der MT zu motivieren, indem man ihnen parallel zum Handball einen qualifizierten Arbeitsplatz oder eine Ausbildungsstelle bot.

Wirtschaftlich eigenständig aber dem Verein fest verbunden

Ein entscheidender Schritt zur Professionalisierung war die Gründung der MT-Spielbetriebs- und Marketinggesell- schaft mbH im Jahr 1997, also rund fünf Jahre nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dadurch wurde die Handballmannschaft wirtschaftlich aus der Melsunger Turngemeinde ausgegliedert, behielt aber den Bezug zum Stammverein. Formal allein schon aufgrund der Statuten des Ligaverbandes, die damals wie heute vorsehen, dass die Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb nur an einen Verein vergeben werden kann. 

Ein Quantensprung in 2005

Der Aufstieg in die 1. Bundesliga im Jahr 2005 stellte den vorläufigen Höhepunkt einer beeindruckenden Entwicklung dar, die 25 Jahre zuvor in der Kreisliga ihren Anfang genommen hatte. Für die MT-Handballer und den Verein war dies trotz der Erfahrung aus 13 Zweitligajahren ein Quantensprung . Mit dem Erreichen der höchsten Spielklasse wurde auch ein Umzug in eine größere Spielstätte notwendig. Die offiziell nur 800 Plätze bietende Melsunger Stadtsporthalle entsprach nicht mehr den Vorgaben des Verbandes. Zudem wollte die MT weitere Zuschauer gewinnen. Eine neue Heimat war gut 25 Kilometer fuldaaufwärts schnell gefunden. Die Meirotels-Halle in Rotenburg bot dem Liganeuling räumlich ideale Bedingungen. 

Doch kaum hatte sich die MT in der neuen Liga akklimatisiert, wurde auch schon klar, dass dieser Standort keine Weiterentwicklung in wichtigen Bereichen ermöglichen würde. Um die Erreichbarkeit der Spielstätte zu verbessern, um mehr Zuschauer zu erreichen, und um weitere Sponsoren zu gewinnen, gab es nur eine einzige Option und das war der Schritt nach Kassel zu gehen, also ins Oberzentrum der Region.

Mit dem so genannten Weihnachtsmärchen, am 26. Dezember 2007, wurde dann eine neue Ära eingeleitet. Die Rothenbach-Halle der Messe Kassel ist seitdem die Heimspielstätte des MT-Teams. Zugegebenermaßen dauerte es eine Weile, bis es sich hier eingelebt hatte. Inzwischen ist die MT hier vom sportbegeisterten nordhessischen Publikum angenommen worden, wie die steigenden Zuschauerzahlen in den letzten Jahren belegen. Den Umzug nach Kassel haben, wie auch schon den nach Rotenburg, erfreulicherweise viele Fans aus der Heimatstadt des Clubs mitgemacht. Spätestens wenn die “M-e-l-s-u-n-g-e-n”-Anfeuerungsrufe von der Tribüne schallen, wissen alle anderen Zuschauer in der Halle, wer von den Fans aus der Bartenwetzer-Stadt kommt oder eine besondere Verbindung zu ihr hat. 

MT - ein klares Bekenntnis zu den Wurzeln ...

Die oben abgebildeten Logos spiegeln nicht nur den Zeitgeist wider, sondern vor allem auch die wichtigen Etappen in der Entwicklung des Clubs. Die Grafiken wurden im Laufe der Zeit immer weiter vereinfacht, gewannen damit an Prägnanz und erleichterten zunehmend die schnelle Wiedererkennbarkeit. In einer ohnehin reizüberfluteten Welt kommen die Informationen und Botschaften an, die auf das Wesentliche reduziert sind, also auf das, was notwendig ist, um vom Empfänger verstanden zu werden. Mit Ausnahme des Logos zu Zeiten der MSG (für Männerspielgemeinschaft) Melsungen-Böddiger, trugen alle bisherigen Logos die beiden Buchstaben “MT” für “Melsunger Turngemeinde”. In der seit Saisonbeginn verwendeten Version ist “MT” optisch sogar noch etwas dominanter, als der seit über 30 Jahren verwendete stilisierte Handballer. Das ist eindeutig ein Bekenntnis zur Keimzelle und zum Stammsitz der Bundesliga-Handballer.

 … und ein klares Bekenntnis zur ganzen Region

Dass seit einigen Monaten das Wort “Melsungen” im Logo fehlt, ist natürlich vor allem den Melsunger Fans aufgefallen. Einige scheinen sich damit nicht anfreunden zu können, wie die aktuelle Berichterstattung der heimischen Presse zeigt. Aber vielleicht helfen ja die hier gegeben Erläuterungen, die Modifizierung besser zu verstehen. Die MT will mit ihrem Logo glaubhaft und konsequent vermitteln, dass sie sich als Verein für die gesamte Region, nicht nur für Melsungen versteht. “Das ist nicht zuletzt im Hinblick auf unsere Vermarktung ein wichtiges Signal und wird uns von den Unterstützern und potentiellen Sponsoren immer wieder bestätigt.”, weiß Axel Geerken. “Zudem”, so der Vorstand der MT-Spielbetriebs- und Marketing AG weiter, “möchten wir natürlich auch die vielen Handballfans ansprechen, die keine unmittelbare Verbindung zur Stadt Melsungen haben. Die Zuschauerentwicklung zeigt eindrucksvoll, dass uns dies immer besser gelingt”. 

Aus den Augen aus dem Sinn? – Aber nicht mit Melsungen!

Andererseits müssen die eingefleischten Melsunger keine Sorge haben, dass der Name ihrer geliebten Stadt aus dem Sinn ist, nur weil er nicht mehr im Logo steht. Wer die Statements gegnerischer Trainer hört, TV- oder Radiokommentatoren erlebt oder Zeitung liest, wird feststellen, dass der Name Melsungen nach wie vor sehr präsent ist.  “MT”, sprich Melsunger Turngemeinde, ist eben inzwischen gelernt. Und das bleibt. Dass man ohne den Städtenamen im Logo auskommt, zeigt sogar der Stammverein selbst. Auch der hat seit je her nur das markante “MT” im Wappen und darunter etwas kleiner das Gründungsdatum.

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