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Heide-Cup: Sellin mit Siegtreffer ins leere Tor: Melsungen belohnt sich für harten Kampf

Es war ein harter Kampf für die MT Melsungen - mit glücklichem Ende. Im zweiten Spiel beim Internationalen Heide-Cup rang der Bundesligist den ukrainischen Meister HC Motor Saporoshje mit 19:28 (12:12) nieder. Bester Werfer der Nordhessen war Johannes Sellin mit acht Treffern, doch es war die gesamte Mannschaft, die sich extrem kampfstark und mit viel Moral präsentierte. Für Saporoshje traf Igor Soroka neunmal; bester Spieler der Ukrainer war Sergii Shelmenko (5). Die Paarungen für den Finaltag am Sonntag: Im Spiel um Platz 5/6 messen sich der HSV und der SC DHfK Leipzig (12:30 Uhr), während die Kadetten mit HC Motor Saporoshje um den dritten Platz kämpfen (14:45 Uhr). Im Finale kommt es zum hessischen Derby zwischen der MT Melsungen und der HSG Wetzlar (17:30 Uhr).

Foto (MT-Trommler): Volle Konzentration gegen die Ukrainer zeigen in der Abwehr Nenad Vuckovic, Felix Danner, Philipp Müller und Gabor Langhans.

Patrik Fahlgren eröffnete die Partie mit dem Treffer zum 1:0. Für die MT lief es in diesen ersten Minuten gut, Felix Danner und Johannes Sellin schraubten den Vorsprung auf 4:1 (6.) in die Höhe. Es zeichnete sich bereits in dieser frühen Phase ab, dass es eine intensive Partie werden würde -Saporoschje, mit den letzten Auftritten unzufrieden, packte hart und kompromisslos zu. So kassierte Müller kurz nach seinem Treffer zum 5:2 (8.) einen Pferdekuss und war zu einer Pause gezwungen.

In den folgenden Minuten verspielte Melsungen den so früh erkämpften Vorsprung. Der Bundesligist vergab innerhalb kürzester Zeit mehrere Großchancen - so scheiterten unter anderem Michael Allendorf und Johannes Sellin von der Siebenmeterlinie. Saporoshje, das bei seiner körperbetonten Linie blieb und dafür auch fünf Zeitstrafen im ersten Durchgang kassierte, nutzte die Gelegenheit der Melsunger Ineffektivität: Igor Soroka versenkte den Ball von der Eckfahne zum 6:6 (15.).

Michael Roth reagierte nun personall und brachte kurz nach dem Ausgleich Jeffrey Boomhouwer für den glücklosen Allendorf. Der Niederländer verwandelte gleich seine erste Chance und egalisierte so die erste Führung der Ukrainer. Nach 19. Minuten stand es daher 7:7. Es entwickelte sich eine zunehmend umkämpfte Partie, die offen gestaltet wurde, denn keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Das 12:12 (30.) war der dritte Treffer von Langhans - und zugleich der Pausenstand.

Nach Wiederanpfiff kamen die Ukrainer besser aus der Kabine und lagen daher schnell mit 17:15 (36.) in Front. Es war gerade in der Offensive ein ganz anderer Auftritt als noch am Vortag gegen Wetzlar. Das Team um den treffsicheren Shelmenko agierte engagierter und mit mehr Zug zum Tor. Da die Melsunger in der Abwehr wiederholt einen Schritt zu weit weg blieben, erzielte der Champions-League-Teilnehmer mehrere Tore aus dem Rückraum - daran änderte auch die Auszeit von Roth nach 40 Minuten nichts. Shelmenko stieg erneut hoch und brachte seine Mannschaft mit 20:19 in Front.

Bis zur 46. Spielminute baute Saporoshje seine Führung auf 23:20 aus - nicht zuletzt aufgrund des groß gewachsenen Sergii Burka, der im Gegensatz zu gestern immer wieder einnetzen konnte. Das 24:21 (47.) war der sechste Treffer des 2,08-Meter-Mannes. Kurz darauf folgte jedoch ein Rückschlag für die Ukrainer: Mittelblocker Lev Tcelishchev kassierte die dritte Zeitstrafe. Melsungen nutzte den Raum und stellte durch Sellin den Anschluss her: In der 50. Minute traf er von Rechtsaußen zum 23:24. Igor Soroka hatte zuvor die Chance vergeben, weiter zu erhöhen - von der Siebenmeterlinie traf er nur den Pfosten.

Auch im nächsten Angriff der Melsunger spielte Sellin eine zentrale Rolle: Er kam über den Rückraum und bediente Kreisläufer Danner mit einem schönen Pass. Dieser ließ sich die Chance nicht nehmen und glich zum 24:24 aus. Nun war es Mykola Stepanets, der die Auszeit forderte. Die Melsunger stabilisierten nun jedoch ihre Abwehr - Philipp Müller organisierte zusammen mit Johannes Golla den Mittelblock - und auch Rene Villadsen konnte einige Paraden für sich verbuchen.

Trotz zwei Zeitstrafen gegen Müller konnte Melsungen in der Schlussphase den Anschluss halten. Sellin erzielte 63 Sekunden vor Schluss das umjubelte 29:28 ins leere Tor, da Saporoschje erneut den zusätzlichen Feldspieler gebracht hatte. Stepanets nahm noch eine Auszeit, doch Melsungen eroberte bei angezeigtem passiven Spiel den Ball. Müller ließ sich noch einmal festmachen und nahm damit die entscheidenden Sekunden von der Uhr. So siegte der Bundesligist nach einem harten Kampf mit 29:28.

(Bericht: handball-world.com)

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