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U18-EM: DHB-Team im ersten Hauptrundenspiel chancenlos gegen Gastgeber Kroatien

Vor den Augen von Handball-Legende Ivano Balic hatte die deutsche Jugend-Nationalmannschaft am Dienstagabend nicht den Hauch einer Chance in ihrem ersten Hauptrundenspiel bei der U18-Europameisterschaft. Gegen Gastgeber Kroatien hieß es am Ende 21:32, schon zur Pause hatte das Team des Trainergespanns Jochen Beppler, Andre Haber und Klaus Langhoff mit 7:18 zurückgelegen. MT-Youngster Dimitri Ignatow (Foto: dhb.de), in der Vorrunde einer der besten Schützen des Turniers, blieb diesmal torlos.

Und am Ende wurde es sogar noch ein deutlicher längerer Abend in Koprivnica als geplant: Nach 47 Spielminuten fiel das Licht aus, die Partie musste für eine Viertelstunde unterbrochen werden. Vielleicht sinnbildlich für die Leistung der DHB-Auswahl, die zuvor alle drei Vorrundenpartien deutlich gewonnen hatte.

„Da gibt es nicht drumherum zu reden: Kroatien war die bessere Mannschaft und wir haben in der ersten Hälfte kaum etwas hinbekommen. Trotz vieler freier Chancen hatten wir eine geringe Wurfeffektivität, daher geht der kroatische Sieg absolut in Ordnung“, sagte Beppler.

Mit einem Sieg über Kroatien hätte die deutsche Mannschaft sogar schon ihr Halbfinalticket gebucht gehabt, nachdem Serbien Island zum Auftakt von Hauptrundengruppe II mit 36:31 geschlagen hatte. So aber ist man vor dem zweiten und finalen Hauptrundenspiel gegen Island am Mittwoch (17 Uhr, Livestream) auf kroatische Hilfe angewiesen. Nach dem ersten Hauptrundenspieltag sind die EM-Gastgeber mit 4:0 Punkten klar auf Kurs Halbfinale, dahinter folgen die DHB-Auswahl und Serbien mit 2:2 Zählern vor Island (0:4).

Gewinnen am Mittwoch Deutschland und später Serbien, sind drei Mannschaften punktgleich, dann wird eine interne Tabelle erstellt. Die DHB-Auswahl hatte Serbien in der Vorrunde mit 25:18 geschlagen, hätte in dieser Tabelle also 2:2 Punkte und -4 Tore. Gewinnen die Serben gegen Kroatien mit vier oder mehr Toren Unterschied, sind sie im Halbfinale, Aber selbst eine knappe deutsche Niederlage gegen Island (oder ein Remis) kann fürs Halbfinale reichen, wenn Kroatien auch gegen Serbien gewinnt.

„Wir haben noch unsere zweite Chance. Wollen wir aber gegen Island gewinnen, müssen wir viel besser spielen“, sagt Beppler, dessen Team die beiden letzten Vergleiche gegen Island bei Turnieren in Merzig und Lübeck gewonnen hatte.

Die erste Hälfte gegen die physisch starken Kroaten war am Dienstagabend eine Lehrstunde für den deutschen Nachwuchs. Immer wieder scheiterten die DHB-Spieler am überragenden kroatischen Torwart Ivan Panjan, der zurecht als bester Spieler seines Teams gewählt wurde. Zudem schien das Beppler-Team beeindruckt von der großen Kulisse und der anfangs lautstarken Unterstützung von den Rängen zu sein.

Nach neun Minuten nahm Beppler seine erste Auszeit, da lag sein Team mit 1:6 hinten, das auch in der Abwehr wenig Zugriff bekam. Aber auch die Trainerpredigt half nichts, unter anderem vergaben die DHB-Jungs zwei Siebenmeter und lagen nach 17 Minuten mit 2:10 hinten. Beim 4:14 (23.) war der Abstand der beiden Rekord-Europameister dieser Altersklasse (je zwei Titel) erstmals zweistellig.

Nach der Pause und dem 8:17 ging es für die Deutschen somit nur noch um Schadensbegrenzung. Aber es dauerte bis zur 36. Minute, ehe Deutschland der zehnte Treffer gelang, da hatten die Kroaten bereits 23 auf der Habenseite. Zumindest die Defensive war nun besser aufgestellt und Torwart Tim Hottgenroth konnte sich bewähren.

Und obwohl es die Kroaten angesichts der klaren Führung etwas lockerer angehen ließen, betrug beim 10:25 der Rückstand erstmals 15 Treffer. Am Ende - und nach der 15-minütigen Unterbrechung - waren es immer noch elf. (dhb.de)

Statistik Kroatien - Deutschland 32:21 (18:7)

Deutschland: Till Klimpke (HSG Dutenhofen), Tim Hottgenroth (TSV Bayer Dormagen);  Tim Matthes (Füchse Berlin/1), Robin Breitenfeldt (SG Flensburg-Handewitt/2), Sebastian Heymann (TSB Heilbronn-Horkheim/4), Niklas Diebel (TSV Hannover-Burgdorf), Lukas Stutzke (TSV Bayer Dormagen/1), Eloy Morante Maldonado (TSV Bayer Dormagen/2), Luis Villgrattner (HBW Balingen-Weilstetten), Lukas Kister (TSV GWD Minden/2), Gregor Remke (EHV Aue/3), Dimitri Ignatow (MT Melsungen), Jakob Knauer (Füchse Berlin/1), Ferris Klotz (THW Kiel), Marcel Timm (VfL Gummersbach), Moritz Strosack (SG Ottenheim/Altenheim/5)

Bester Torschütze Kroatien: Strbad (7); Schiedsrichter: Jerlecki/Jabun (Polen); Zeitstrafen: Deutschland 10 Minuten, Kroatien 14 Minuten; Siebenmeter: 5/5:6/3

Die deutschen EM-Hauptrundenspiele in Koprivnica:

Deutschland - Kroatien 21:32 (8:17)

Mittwoch, 17. August, 17 Uhr: Deutschland – Island
Hier das Spiel im Livestream anschauen.

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