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Dimitri Ignatow holt mit U18-Auswahl EM-Bronze

Nach dramatischen 80 Spielminuten und zwei Verlängerungen setzte sich das Team der Trainer Jochen Beppler, Andre Haber und Klaus Langhoff am Sonntag bei der U18-Europameisterschaft in Slowenien mit 32:31 gegen den Gastgeber durch, nachdem man in der Schlussphase der regulären Spielzeit noch deutlich hinten gelegen hatte. Insgesamt elf Tore von Gregor Remke und zwei überragende Torhüter sorgten für die vierte deutsche Medaille in dieser Altersklasse nach Gold 2008 und 2012 sowie Silber 2003. MT-Youngster Dimitri Ignatow steuert drei Treffer zum deutschen Erfoig bei.

In den ersten Minuten war die DHB-Auswahl überlegen, vor allem dank der rechten Angriffsseite mit Dimiri Ignatow und Gregor Remke. Da beide Torhüter – Till Klimpke und Gasper Dobaj – stark begannen, hielt sich die Anzahl der Treffer in Grenzen. Bis zum 5:4, dem dritten Tor von Remke, hatte die DHB-Auswahl die Oberhand, dann begannen die Probleme mit der aggressiven slowenischen Abwehr. Vor allem Sebastian Heymann wurde teilweise sehr hart angegangen. Der EYOF-Zweite von 2015 traf fünfmal in Folge und zwang DHB-Trainer Beppler nach 18 Minuten zu seiner ersten Auszeit.

Und das „Einnorden“ half. Angetrieben von Klimpke und Remke kamen die Deutschen wieder heran. Beim 9:11 war der Anschluss wieder hergestellt, die zwischenzeitliche Schwächeperiode im Angriff war beendet, die lautstark von den Rängen unterstützten Slowenen trafen fast nur noch per Siebenmeter. Aber trotz der Steigerung schafften die Deutschen vor der Pause nicht die Wende, nach 30 Minuten hieß es 12:9 für die Slowenen, trotz bereits fünf Remke-Toren.

Auch nach der Pause blieb der Schlagabtausch absolut intensiv, beide Abwehrreihen arbeiten knallhart – obwohl alle Spieler schon sechs Spiele in neun Tagen in den Knochen hatten. Die Offensivbemühungen beider Seiten prallten an den Defensivwänden ab, nach 40 Minuten waren erst 27 Treffer gefallen (12:15 aus deutscher Sicht), auch weil die Torhüter überragten.

In dieser Phase ließ vor allem die DHB-Auswahl einige gute Chancen gegen Mark Ferjan liegen. Doch stattdessen hielten die Slowenen ihren Drei- bis Vier-Tore-Vorsprung. Beppler bat seine Spieler beim 13:17 (46.) zur nächsten Auszeit, tauschte Klimpke gegen Tim Hottgenroth aus. Doch die nächsten beiden Treffer (nach zwei Paraden von Ferjan) gelangen Slowenien, beim 13:19 schien eine Vorentscheidung gefallen.

Doch die Moral im deutschen Team stimmte, Heymann nutzt nun seine Chancen, ein Doppelschlag von Matthes und Morante Maldonado sorgte beim 18:22 für die nächste Auszeit des Balkanteams.  Noch hatte Deutschland sechs Minuten Zeit, die Partie zu kippen, musste allerdings auf Marcel Timm verzichten, denn der erhielt nach 49 Minute die Rote Karte nach drei Zwei-Minuten-Strafen.

Dennoch: Drei Minuten vor Schluss hieß es 20:22 – und ein weiterer Heymann-Hammer sorgte für das 21:22 – die Stimmung in der Arena kochte über. Noch zwei Minuten: Hottgenroth hält, die DHB-Jungs in Ballbesitz und Überzahl. Die Slowenen wanken gewaltig – und das nutzt Eloy Morante Maldonado mit seinem dritten Treffer zum 22:22. Auszeit Slowenien, noch 56 Sekunden. Hottgenroth hält erneut, letzter Angriff Deutschland. Auszeit Beppler – noch zwölf Sekunden. Aber die DHB-Auswahl verliert den Ball, die Slowenen sind ebenfalls zu hektisch, es bleibt beim 22:22 – Verlängerung, wie am Freitag im Halbfinale gegen Frankreich.

Und auch zur Pause steht es unentschieden 24:24, nachdem Remke einen Zwei-Tore-Rückstand ausgeglichen hatte. Gleich nach Wiederanpfiff erhielt Ferris Klotz seine dritte Zeitstrafe und musste mit Rot auf die Tribüne. Slowenien legte wieder vor, Remke (mittlerweile sein achter Treffer) glich erneut aus – und hinten hielt Hottgenroth. Letzte Minute: Wieder legt Slowenien vor, hat sogar die Chance aufs 27:25, doch Hottgenroth wehrt ab. Noch drei Sekunden. Remke nimmt sich ein Herz – und hämmert den Ball zum 26:26 in die Maschen – nochmal fünf Minuten Verlängerung.

Und da gelingt der DHB-Auswahl schnell die Führung: Zweimal Remke, einmal Heymann, nach 75 Minuten haben die Deutschen beim 31:29 mehr als eine Hand an der Bronzemedaille. Und danach ist nur noch Jubel. (Bericht: BP, dhb.de / Archivfoto: H. Hartung)

Statistik
Deutschland – Slowenien in Koprivnica 32:31 (26:26, 22:22, 9:12) nach zwei Verlängerungen


Deutschland: Till Klimpke (HSG Dutenhofen), Tim Hottgenroth (TSV Bayer Dormagen);  Tim Matthes (Füchse Berlin/), Robin Breitenfeldt (SG Flensburg-Handewitt), Sebastian Heymann (TSB Heilbronn-Horkheim/8), Niklas Diebel (TSV Hannover-Burgdorf), Lukas Stutzke (TSV Bayer Dormagen/2), Eloy Morante Maldonado (TSV Bayer Dormagen/4), Luis Villgrattner (HBW Balingen-Weilstetten), Lukas Kister (TSV GWD Minden/), Gregor Remke (EHV Aue/11), Dimitri Ignatow (MT Melsungen/3), Jakob Knauer (Füchse Berlin/1), Ferris Klotz (THW Kiel/1), Marcel Timm (VfL Gummersbach/1), Moritz Strosack (SG Ottenheim/Altenheim)

Die deutschen EM-Ergebnisse in Koprivnica:

Vorrunde: Deutschland - Portugal 34:19 (19:7), Deutschland - Polen 34:22 (15:14), Deutschland - Serbien 25:18 (13:7)

Hauptrunde: Deutschland - Kroatien 21:32 (8:17), Deutschland – Island 35:20 (15:9)

Halbfinale: Deutschland – Frankreich 38:39 (32:32, 18:13) nach Verlängerung

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