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Johannes Sellin ist Nordhessens "Sportler des Jahres"

Die erste Reaktion war Unglaube, dann überwog die Freude: Johannes Sellin von Handball-Bundesligist MT Melsungen ist zu Nordhessens Sportler des Jahres 2016 gewählt worden.

„Ich bin komplett überrascht. Ehrlich. Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der 26 Jahre alte Rechtsaußen. Zumal er die Wahl mit deutlichem Vorsprung für sich entschied.

Knapp 500 HNA-Leser beteiligten sich an der Abstimmung. Zum ersten Mal überhaupt hat es ein Handballer unter die Top drei geschafft - und dann gleich auf das oberste Treppchen. Für Sellin ist dieses Ergebnis zugleich wie eine kleine Genugtuung. Sein im Sommer auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert, er muss die MT verlassen. Von daher „freut es mich umso mehr“. Die Wahl ist wie ein vorweg genommenes Abschiedsgeschenk. Und vor allem ein Zeichen der Anerkennung. Sellin sagt: „Ich habe von den Fans in Nordhessen so viel Zuspruch bekommen im vergangenen Jahr. Daraus habe ich jede Menge Kraft gezogen.“ Dass er die Wahl gewonnen habe, sei eine Bestätigung für seine Arbeit und für seinen Einsatz. „Das macht mich stolz.“

Beflügelt vom Triumph bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr, entwickelte sich Sellin im heimischen Bundesliga-Team zum Leistungsträger. In der aktuellen Saison war auf ihn stets Verlass. „Wir sind durch schwierige Zeiten gegangen. Trotzdem werde ich gewählt. Das ist schon Wahnsinn“, sagt er. Dass die gesamte MT-Mannschaft mit dem sensationellen vierten Platz in der vorigen Saison ihren Teil zu seiner Wahl beigetragen hat, ist dem Linkshänder bewusst. Sellin findet es einfach klasse, dass seine Leistung honoriert wird.

Ähnlich argumentiert Carolin Schäfer. Die Siebenkämpferin aus Bad Wildungen schaffte es bei den Olympischen Spielen in Rio auf den fünften Platz, bei dieser Wahl landete sie hinter Sellin und hauchdünn hinter Triathlet Patrick Lange auf dem Bronzerang. „Es ist schön zu sehen, dass die Menschen aus meiner Heimat meinen Weg verfolgen, und ich so Rückhalt von außen bekomme“, sagt die 25 Jahre alte Leichtathletin.

Darüber hinaus gibt solch eine Wertschätzung zusätzliche Motivation für die anstehende Saison. „Ich finde es super. Die Abstimmung ist für mich ein Ausdruck der Anerkennung“, sagt Schäfer. Sie will angreifen. Das große Ziel in dieser Saison ist die Weltmeisterschaft in London. Bisher läuft die Vorbereitung bestens. Einsätze in der Halle hält sie in Grenzen. „Ich bin ohne Verletzung geblieben, habe hart trainiert, und für die WM habe ich mir Großes vorgenommen.“ Womöglich ist sogar eine Medaille drin.

(Text: HNA, Foto: H. Hartung)

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