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Langhans: “Handball bedeutet mir sehr viel”

GABOR LANGHANS MUSS SCHWIERIGE PHASE DURCHSTEHEN

Wer neu in einen Verein kommt, dort “nur” in den Trainingslagern mitmachen kann, ansonsten aber selbst nach Ablauf der Hinrunde noch keine einzige Minute gespielt hat, den darf man getrost als den Pechvogel der Saison bezeichnen.  Und für den ist es in diesen ereignisreichen Tagen besonders schwer, dem Handballgeschehen zu folgen.

Ende der letzten Saison, als Gabor Langhans noch in Diensten des TuS N-Lübbecke stand, musste er seine Patellasehnenbeschwerden operativ beheben lassen. Das geschah am 23. März in Bad Brückenau. Und damit war das Thema bis zu seinem Wechsel im Juli nach Nordhessen eigentlich erledigt.

Doch in einem Vorbereitungsspiel mit seinem neuen Team wurde das Knie bei einem Zweikampf erneut in Mitleidenschaft gezogen, woraufhin eine geordnete Saisonvorbereitung nicht mehr möglich war. Zunächst ging man davon aus, dass durch Schonung eine Besserung eintritt. Dem war aber nicht so und deshalb begab sich der 27-jährige in eine speziellen Rehabehandlung bei Klaus Eder, dem Fitmacher der Fußball-Nationalelf. Aber auch diese Maßnahme fruchtete nicht. Darüber hinaus probierte er auch noch diverse alternative Behandlungsmethoden aus, bis hin zu Eigenblutinfusionen. Leider ebenfalls ohne Erfolg.

Da der gebürtige Berliner also nicht wie geplant als Entlastung für Michael Müller im rechten Rückraum zur Verfügung stand, holte die MT zwischenzeitlich Dener Jaanimaa vom THW Kiel.

Gabor Langhans absolvierte dann im Januar, im Rahmen der Vorbereitung der MT auf die zweite Saisonhälfte, einige Trainingseinheiten: “Ich wollte das Knie und die Sehne bewusst einer Belastung aussetzen, um entscheiden zu können, wie ich weiter vorgehen muss. In Abstimmung mit Dr. Rauch habe ich mich dann zu einer erneuten Operation entschlossen – in einer auf diesem Gebiet spezialisierten Klinik in Heidelberg. Dort wurden neben der Patellasehne auch gleich noch angrenzende Areale inspiziert und mitbehandelt. Alle weiteren physiotherapeutischen notwendigen Maßnahmen lasse ich nun bei unserem MT-Partner REHAmed in Kassel durchführen”, erklärt Langhans.

“Seit der Operation sind eineinhalb Wochen vergangen, mir geht es den Umständen entsprechend gut”, verrät der Rekonvaleszent. Aber er gesteht auch ein, dass ihn diese langwierige Verletzung mental sehr beschäftigt. “Das war bei mir schon so eine Art Achterbahnfahrt, bei der sich Hoffnung und Rückschläge abgewechselt haben. Da kommen dann natürlich Zweifel auf, ob es sinnvoll ist, an der Sportlerkarriere festzuhalten. Es ist insgesamt eine sehr schwierige Phase, die es zu verarbeiten gilt”.

Kein Wunder also, dass sich für Langhans derzeit die Prioritäten etwas verschoben haben: “Natürlich tue ich alles,  um wieder auf die Beine zu kommen und Bundesliga-Handball spielen zu können. Aber bis ich soweit bin, nutze ich die Zeit auch um mein Sportmanagement-Fernstudium   an der Uni Wismar weiter voran zu treiben. Das hat für mich jetzt schon eine gewissen Stellenwert. Ich mache mir derzeit eher weniger Gedanken, was in sechs Monaten sein wird”.

Reden mit der Familie tut gut

Auf die Frage, ob es angesichts dieser Langwierigkeit auch mentale Hilfe von Außen gegeben habe, muss Langhans nicht lange überlegen: “Ja, klar. Das Reden mit Freundin und Familie hilft da schon ungemein. Sie alle wissen natürlich, was mir der Handball bedeutet. Aber letztlich muss der Sportler doch mit sich selber klar kommen und schauen, wie er am besten mit solchen Situationen umgeht. Mit fällt es derzeit zum Beispiel nicht leicht, die Spiele der MT zu besuchen oder auch im Fernsehen anzuschauen. Zu wissen, nicht mitmachen zu können, ist schrecklich. Das ist dann immer auch eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch, den Kontakt zur Mannschaft zu halten, und andrerseits sich nicht zu sehr frustrieren zu lassen. Bei gemeinsamen Trainingseinheiten im Kraftraum etwa, ist es ein schönes Gefühl, mit den Mannschaftskameraden zusammen zu sein. Aber man weiß auch, dass man eben doch nicht ganz Teil der Mannschaft ist. Umso mehr freut mich, dass sich die MT während dieser schwierigen Zeit absolut loyal mir gegenüber verhält und mir keinen zusätzlichen Stress macht. Ich weiß nicht, ob das in dem schnellebigen Profisport überhaupt die Regel ist.”
(Foto: Lena Kuhaupt)

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