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Jonas Koch und Florian Weiß hatten Ferndorfs Kreisläufer Mattis Michel nicht immer im Griff (Foto: WMK)

JBLH: Backs und Ignatow treffen zweistellig beim Sieg in Ferndorf

Die Handballer von A-Jugend-Bundesligist mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen haben mit ihrem 36:33 (17:13)-Sieg beim TuS Ferndorf den zweiten Auswärtssieg der Saison gelandet. Dimitri Ignatow und Fin Backs trafen jeweils zweistellig.

Beide Mannschaften suchten anfangs ihren Rhythmus im Angriff, denn die Deckungsreihen dominierten das Geschehen. Ferndorfs bewegliche und schnell verschiebende 6:0-Wand war für Melsungens Rückraum nur schwer zu überwinden, auf der Gegenseite störte Magnus Rulff auf vorgezogener Position die TuS-Angreifer wirkungsvoll und machte die Räume eng. Die Partie war dadurch nicht unbedingt schön anzusehen, dafür jedoch sehr intensiv. Ferndorf fand die ersten Lösungen zur 2:0-Führung (4.), Melsungen dafür im Anschluss die effektiveren. Insbesondere über die Außen Fin Backs und Dimitri Ignatow, die zusammen sieben Tore zur 8:4-Führung nach einer Viertelstunde erzielten.

Eine Auszeit, die TuS-Trainer Alex Orlov nach Fin Backs‘ 11:6 nahm (18.) verpuffte zunächst ebenso wirkungslos wie das taktische Mittel eines zweiten Kreisläufers. „Wir hatten zuvor große Schwierigkeiten im Angriff und wollten es dann eben so probieren“, sagte Orlov. Mit Marian Mügge als sicherem Rückhalt im Tor schraubten die Gäste das Ergebnis aber auf 14:8 hoch. Wobei Dimitri Ignatov noch bei zwei Tempogegenstößen am reaktionsschnellen Ferndorfer Schlussmann Carlo Rogalla scheiterte und Florian Weiß nur das Gebälk traf.

Das rächte sich fast, als Magnus Rulff zum zweiten Mal auf die Strafbank musste und die Gastgeber vornehmlich über den Kreis bis auf drei Tore verkürzten (14:11, 27.). „Wir mussten dann umstellen, weil wir Maggi im Angriff brauchen und haben dadurch hinten an Effektivität verloren“, erklärte Trainer Björn Brede. Luca Schuhmann und Fin Backs legten dennoch nach und sorgten für eine wieder etwas komfortablere Halbzeitführung.

Im zweiten Durchgang wurde es noch einmal eng. Weil Ferndorf über den Kreis und Linkshänder Erik Irle aus dem Rückraum erheblich mehr Druck generierte und hinten mit einer kurzen Deckung gegen Florian Weiß der mJSG viel Kreativität nahm. Die Folge war ein kontinuierliches Aufholen bis zum 24:25 durch Jan Niklas Klein (45.). „Da waren wir überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung. Die Abwehr hat keinen Zugriff bekommen und wir haben es nicht mehr geschafft, wirkungsvoll gegen den Kreis zu verteidigen“, ärgerte sich Brede.

Auf die schnellen Außen war jedoch Verlass: Dimitri Ignatow und Fin Backs trafen wie am Fließband und zogen den Rest der Mannschaft mit. Bis nach Magnus Rulffs 30:27 zehn Minuten vor dem Ende gleich zwei Melsunger Strafen kassierten. Weil der jeweils eingewechselte Benjamin Suck zwei Siebenmeter entschärfte und Marian Mügge aus kürzester Distanz gegen Adrian Schmidt parierte, überstanden die Gäste diese kritische Phase und den auch danach noch anhaltenden Sturmlauf der Hausherren. Florian Weiß sorgte mit einem Doppelpack wieder für etwas Luft (32:29, 55.).

Auch in den verbleibenden fünf Minuten ließ sich die mJSG den Erfolg nicht mehr nehmen. Ignatow machte mit dem 35:32 zwei Minuten vor dem Ende alles klar, Backs markierte den letzten Treffer. Womit die beiden herausragenden Akteure auf dem Feld auch die Schlussakkorde einer schnellen und jederzeit interessanten Partie spielten. „Schade, der Gegner war heute eigentlich schlagbar. Aber wir haben unsere Arbeit leider nicht 100% gemacht“, zog TuS-Trainer Orlov negativ Bilanz. Wohingegen sein Melsunger Kollege Sascha Henkel zufrieden war: „Das könnte der Auftakt für einen goldenen November gewesen sein“. Denn schon in der nächsten Woche kommt mit dem Bergischen HC die Mannschaft nach Melsungen, mit der erneut ein Kampf um den so wichtigen sechsten Tabellenplatz erwartet wird.

Statistik

mJSG: Mügge (17 Paraden / 32 Gegentore), Suck (bei zwei Siebenmetern, 2 P. / 1 G.); Hagemann, Fischer, Rulff 5, Goßmann, Schuhmann 5, Ignatow 13/5, Damm, Weiß 3, Koch, Backs 10,  Bieber.

TuS: Rogalla (8 P. / 35 G.), Kühn (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Wilden, Klein 5/2, Schmidt 2, Schneider, Siegle 3, Irle 7, Dischereit 2, M. Michel 8, Rengel, Sorg 6, Lütz, L. Michel.

Z: 100 - SR: Bona / Frank (Rade/Herbeck) - Strafen: 18 : 4 Minuten - 7m: 5/5 : 4/2.

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