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Florian Weiß setzt sich hier gegen Phillip Rath (BHC) durch, kann die Niederlage mit seinen fünf Toren aber auch nicht verhindern (Foto: HHF)

JBLH: Rückschlag gegen den Bergischen HC

Die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen musste im Kampf um den sechsten Platz in der Jugendhandball-Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen. Mit 22:28 (8:14) unterlag der MT-Nachwuchs dem Bergischen HC, der ihnen diesen letzten Direktqualifikationsplatz schon im vergangenen Jahr wegschnappte. Zu keinem Zeitpunkt waren die Nordhessen im Bereich eines Sieges, dazu fehlten vor allem Konzentration und Präzision im Spiel nach vorn. „28 Gegentore sind nicht schlimm gegen den Gegner, aber vorn lief es einfach nicht“, konstatierte mJSG-Trainer Sascha Henkel.

Schon der Auftakt ging eindeutig an die Gäste. Weil Florian Weiß und Fin Backs im Gegenstoß in BHC-Schlussmann Robert Franz ihren Meister fanden, Luca Schuhmann sich in der gegnerischen Deckung festrannte, währenddessen die Westdeutschen die sich ihnen bietenden Möglichkeiten konsequent nutzten. Das Melsunger Trainergespann legte bereits früh die erste Grüne Karte zur Auszeit (0:4, 6.). „Wir waren gar nicht auf dem Feld, hatten hinten keinen Zugriff“, monierte Henkel.

Engagierter wurde das Spiel der Gastgeber nach dem Weckruf zwar, aber nicht zwingender. Und auch nicht erfolgreicher, denn Franz erwies sich weiter als Meister seines Fachs und vereitelte beste Möglichkeiten von Florian Weiß, Luca Schuhmann und Jonas Koch. Einzig Dimitri Ignatow vermochte den Schlussmann mehrfach zu bezwingen (5:8, 17.), obwohl auch er dabei nicht ohne Fehlwürfe auskam. Selbst eine doppelte Überzahl der Melsunger blieb im Anschluss ungenutzt, während die Bergischen durch Jannis Peter Keull und den ganz starken Kaan Taymaz auf 5:12 wegzogen und Ignatow zu allem Überfluss per Siebenmeter an Franz scheiterte (23.). Kurzzeitig positiv wirkte sich die Hereinnahme von Benjamin Suck aus, der zweimal glänzend parierte und damit den Rückstand zur Pause im Rahmen hielt.

Nach dem Seitenwechsel kam Florian Weiß besser zum Zuge. Seine vier Tore brachten die mJSG auf 13:17 heran (38.). Es wäre auch noch mehr möglich gewesen, aber dazu blieben weiter zu viele Chancen ungenutzt, agierten die Nordhessen teilweise zu lethargisch und ließen sich die Bälle von den wesentlich wacher wirkenden Gästen viel zu leicht abjagen. „Wir hätten mal auf zwei oder drei rankommen müssen, dann wäre vielleicht was möglich gewesen. Aber der Rückstand von Beginn an hat es uns nicht leichter gemacht“, sagte Henkel.

Keimte nach Niklas Fischers feiner Einzelleistung zum 15:20 doch noch einmal Hoffnung auf, führten zwei Ballverluste schon im Spielaufbau prompt zu weiteren Treffern des BHC, der kaum arbeiten musste, um zu seinen Toren zu kommen (15:22, 44.). „Wir haben das cool und konzentriert gespielt. Die Jungs haben unseren Matchplan perfekt umgesetzt“, freute sich Gästetrainer Jens Sieberger über die konzentrierte Vorstellung seiner Mannschaft.

Eine letzte Möglichkeit bot sich den Melsungern noch nach Fin Backs‘ Doppelschlag zum 18:23. Doch auch die verpuffte, weil zu den ganzen Unzulänglichkeiten auch noch Pech hinzukam. Da parierte Marian Mügge erst einen Siebenmeter von Dorian Wöstmann, um vom Nachwurf des gleichen Spielers bezwungen zu werden, dem der Abpraller genau in die Hände zurücksprang (19:25, 52.).

Der Rest ist schnell erzählt, weil er sich nicht von dem unterschied, was vorher abgelaufen war: Melsungen fahrig und ohne die letzte Konsequenz im Vorwärtsgang, hinten lange stabil, um dann doch irgendwo eine Lücke für die BHC-Angreifer zu öffnen. „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel an unserem Sieg. Wir wollten ihn wohl einen Tick mehr als unser Gegner“, fasste Gästetrainer Jens Sieberger zufrieden zusammen, während Sascha Henkel von einem „gebrauchten Tag“ sprach und bemängelte, dass „wir vorn immer wieder kaputt gemacht haben was hinten vorher erarbeitet wurde“.

 

Statistik

mJSG: Mügge (8 Paraden / 25 Gegentore), Suck (2 P. / 3 G.); Fischer 3, Rulff 2, Küllmer, Goßmann, Schuhmann, Ignatow 9/3, Damm, Weiß 5, Koch, Backs 3,  Bieber.

BHC: Franz (16 P. / 22 G.), Hubicki (n. e.); Funccius, Rosendahl, Zeidler 2, Dell 5/2, Wöstmann 5/1, Käsch 1, Hindrichs, Taymaz 7, Rath 2, Keull 3, D’Avoine 1, Sielmann 2.

Z: 250 - SR: Hochstein / Stöwer (Köln / Marienheide) - Strafen: 10 : 8 Minuten - 7m: 4/3 : 5/3.

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