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Fabian Meyfarth (ganz rechts) hat den Wurf von Benjamin Gunkel (43), zwischen Eugen Gisbrecht (34) und Florian Weiß (32), glänzend pariert. Jan Grolla (hinten verdeckt), Daniel Botte und Petr Hruby staunen (Foto: WMK)

Oberliga: Unglückliche Niederlage nach großem Kampf

Das erste Nordhessen-Derby der Saison in der Handball-Oberliga war wirklich nichts für schwache Nerven. Nach packenden 60 Minuten unterlag die MT Melsungen II nach tollem Kampf beim TSV Vellmar mit 33:34 (13:16). Trotz der vielen Tore in einem rasanten, aber überaus fairen Spiel ragten die Torhüter heraus.

Die Melsunger erwischten keinen glücklichen Auftakt. Sowohl Cornelius Feuring als auch Merlin Kothe zielten zu genau und trafen Holz, dazu parierte Christian Gumula zweimal gegen die MT-Angreifer. Hinten griff die zurechtgelegte Taktik auch nicht, obwohl Alexander Bärthel vorgezogen in einer 5+1-Abwehr auf Linkshänder Benjamin Gunkel aufpasste und gleichzeitig die Passwege auf die starke rechte Seite der Vellmarer dicht machte. Dafür sprang Abraham Rochel Icardo effektvoll in die Bresche. Der Spanier traf einmal per Siebenmeter und zweimal aus dem Feld: 3:0 für Vellmar nach sechs Minuten, der Fehlstart war perfekt. Nach Daniel Bottes 5:1 war für Melsungens Trainer Georgi Sviridenko schon früh die erste Auszeit fällig. „Wir haben die ersten zehn Minuten völlig verschlafen“, grantelte Melsungens Übungsleiter.

Gumula blieb auch weiter der Faktor, der Melsunger Erfolgen entgegen stand. Dass der Rückstand zunächst nicht weiter anwuchs lag an den ebenfalls hervorragenden Reflexen von Torsteher Fabian Meyfarth hinter einer auf 6:0 umgestellten und nun wesentlich besser funktionierenden Abwehr sowie den eingewechselten Fin Backs und Jan Grolla, die zusammen dreimal trafen (5:9, 15.). Merlin Kothe brachte die MT mit fünf Toren sogar auf 11:12 heran. Ohne nachhaltige Wirkung, weil die Deckung weder Kreisläufer Daniel Botte noch Linkshänder Kevin Trogisch so richtig unter Kontrolle bekam und noch vor der Pause wieder deutlicher ins Hintertreffen geriet.

Die nächste Aufholjagd startete direkt nach Wiederanpfiff. Diesmal effektiver, denn Fin Backs gelang der 19:19-Ausgleich (36.). Von da an war es ein packendes Duell aus Augenhöhe. Insbesondere das Umschaltspiel nach Ballgewinnen mit blitzschnellem Umschalten ins Gegenstoßspiel funktionierte bei den Bartenwetzern im zweiten Durchgang prächtig. Vellmar legte zwar ständig vor, Melsungen zog aber auch zuverlässig nach. Immer wieder war es die junge Garde um Backs, Ignatow und Grolla, die nervenstark zurückschlugen.

Und sogar mit dem fünftem Tor des Rückraum-Rechten 25:24 in Führung gingen, was Florian Weiß kurz darauf auf 27:25 ausbaute (46.). Jetzt war es an Vellmar, den permanenten Rückständen hinterherzulaufen. "Da haben wir zehn, fünfzehn Minuten keine ordentliche Abwehr mehr gespielt“, ärgerte sich TSV-Trainer Andreas Paul, dass das Spiel fast aus den Händen geglitten wäre. Doch seine Mannschaft blieb dran, insbesondere durch Trogisch. Bis Benjamin Gunkel in der Schlussminute sogar erstmals wieder eine Führung für die Gastgeber erzielte. Die Melsungen schließlich nicht mehr beantworten konnte, weil Gumula den letzten Wurf von Dimitri Ignatow Sekunden vor der Schlusssirene reaktionsschnell entschärfte. „Schade, eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen“, meinte ein geknickter Georgi Sviridenko. Eine Einschätzung die er mit einem Großteil der Zuschauer, selbst der TSV-Anhänger, teilte. Während Andreas Paul mächtig stolz war auf die Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben uns das Glück heute selbst erkämpft“.

Statistik

MT II: Meyfarth (19 Paraden, 32 Gegentore), Paske (bei zwei Siebenmetern, 0 P./ 2 G.); Rulff, Hruby 4, Bärthel, Kothe 6, Ignatow 5/1, Damm, Feuring 1, Weiß 2, Gisbrecht 1, Backs 8, Petersen, Grolla 6.

TSV: Gumula (18 P. / 33 G.), Becker (n. e.); Menche, Otto, Stumbaum 2, Rochel Icardo 9/6, Brückmann, Trogisch 8, Botte 6, Kiebach, Steiner 1, Gunkel 6, Petrovszki 2, Körber.

Zuschauer: 850 – Schiedsrichter: Kaplan / Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg) – Strafen: 0:2 Minuten – Siebenmeter: 1/1:6/6.

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