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An ihm lag es nicht: Marian Mügge parierte drei Siebenmeter und war der beste Akteur auf dem Feld. Hier bestaunen Magnus Rulff und Fin Backs eine seiner zahlreichen Paraden (Foto: MTT)

JBLH: Starkes Spiel gegen Neuss - bis auf die letzte Viertelstunde

Im siebten Spiel der A-Jugend-Bundesliga kassierten die Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ihre fünfte Niederlage. Gegen den Neusser HV hieß es nach 60 Minuten 24:27 (13:13). Die Nordhessen belegen mit 4:10 Punkten Rang neun, haben aber bei noch zwei ausstehenden Nachholspielen nur vier Zähler Rückstand auf Neuss, das sich auf Platz fünf verbesserte.

Der Auftakt gehörte den Gästen, die zweimal in Führung gehen konnten. Um dann jedoch in Marian Mügge gleich mehrfach ihren Meister zu finden. Der mJSG-Schlussmann parierte einen Siebenmeter gegen Sebastian Rinus, kaufte Alexander Meissner einen Tempogegenstoß ab und blieb gleich zweimal Sieger gegen Linkshänder Dominik Meissner. Vorarbeit genug, um Florian Weiß drei Treffer zum 4:2 zu ermöglichen (6.).

Dieser Vorsprung hielt allerdings nicht lange. Bedingt durch Schwächen im Abschluss sowie den kurzfristigen Ausfall von Fin Backs, der bei einer Abwehraktion umknickte und auf der Bank behandelt werden musste, kamen die Gäste nach einer Viertelstunde wieder zum Ausgleich und holten sich den Vorteil mit David Spiekermanns 9:10 wieder zurück (21.).

Bis zur Pause war das jedoch ausgebügelt. Durch Florian Weiß‘ schönes Kempa-Anspiel auf Backs zu dessen Ausgleich sowie Dimitri Ignatows Tempogegenstoß zum 13:12, das Neuss unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff per Siebenmeter egalisierte. Viel Abwechslung und Spannung also schon im ersten Spielabschnitt in der Melsunger Stadtsporthalle.

Das setzte sich nach Wiederbeginn fort. Blieben die Melsunger zunächst noch in Vorlage, schwang das Pendel nach Zeitstrafen gegen Magnus Rulff und Fin Backs durch zwei Siebenmetertore von Timo Kohl zu Neuss (15:16, 37.) um, zwangen es Dimitri Ignatow und Luca Schuhmann, noch immer in Unterzahl, jedoch zurück. Backs legte nach seiner Rückkehr aufs Feld sogar noch einen nach, so dass die mJSG erstmals nach längerer Zeit wieder mit zweien vorn lag (18:16, 42.). Es kam noch besser. Weil Marian Mügge neben weiteren Glanzparaden gegen Timo Kohl seinen zweiten Strafwurf parierte und Luca Schuhmann mit einem sehenswerten Sprungwurf aus der zweiten Reihe gar auf 21:17 erhöhte (45.).

Zur Beruhigung diente dieser Vorsprung jedoch nicht, denn Neuss kam zurück und erzielte durch Dominik Meissner den 21:20 Anschluss, ehe Fin Backs mit seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig in die Kabine musste. Der entscheidende Bruch im Spiel der Melsunger. „Immer wieder haben wir uns Strafen eingehandelt, weil wir uns im Zweikampf einfach zu dumm angestellt haben. Manchmal kassiert man besser das Tor und spielt dann aber vollzählig weiter“, ereiferte sich Brede, meinte damit aber bei Weitem nicht nur seinen disqualifizierten Linksaußen.

Sebastian Rinus glich nicht nur aus, sondern besorgte vom Siebenmeterstrich auch die erneute Gästeführung. „Der Gegner hat zwei, drei Bälle liegengelassen und das haben wir ausgenutzt“, sah NHV-Trainer Mark Dragunski die Ursache an der plötzlichen Wende in Melsunger Unzulänglichkeiten im Angriff begründet. Obwohl  Mügge seinen dritten Strafwurf meisterte, besorgte Rinus mit dem siebten Neusser Erfolg hintereinander das 21:24 (54.).

Erst Florian Weiß brach den Bann mit dem 22. Treffer für Melsungen. Zu wenig, um das Blatt noch einmal zu wenden. Denn es machte sich Nervosität breit, die zu einfachsten Fangfehlern im Angriff führte. „Fehler über Fehler haben wir uns in der entscheidenden Phase geleistet“, ärgerte sich Brede. Der NHV nutzte das kaltschnäuzig aus und sorgte durch Tim Dicks und Maximilian Strunk für die Entscheidung. „Das war das erwartet enge Spiel von Tagellennachbarn. Beide Mannschaften haben gekämpft bis zum Umfallen. Wir waren am Ende vielleicht ein klein wenig abgezockter“, sagte Dragunski. Und Melsungens Übungsleiter machten ihrer Enttäuschung Luft: „Wir waren super eingestellt, haben Neuss seine stärksten Spielzüge weggenommen und bis zum 21:17 klasse gespielt. Um uns dann selbst alles wieder kaputt zu machen“.

Statistik

mJSG: Mügge (18 Paraden / 26 Gegentore), Suck (bei einem Sieenmeter, 0 P. / 1 G.); Hagemann, Fischer, Rulff 3, Küllmer, Goßmann, Schuhmann 4, Ignatow 8/2, Weiß 7, Koch, Backs 2,  Bieber.

NHV: Bieber (9 P. / 24 G.), Breuer (n. e.); Fassbender 1, Kohl 4/2, Schultz, Spiekermann 2, D. Meissner 7/2, Dicks 4, A. Meissner,, Strunk 3, Rinus 4/1, Schöneich 1, Bleckat 1, Demir.

Z: 120 - SR: Cesnik / Konrad (Gummersbach) - Strafen: 14 : 6 Minuten - 7m: 3/2 : 8/5.

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