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Der B-Jugendliche Max Bieber zeigte in der zweiten Halbzeit gute Ansätze, konnte an der hohen Niederlage aber ebensowenig etwas ändern wie Benjamin Suck im Hintergrund. (Foto: WMK)

JBLH: Hohe Abfuhr gegen den Halbzeitmeister

Nur eine Halbzeit konnte die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen die Partie gegen den TSV Bayer Dormagen offen gestalten. Dann zogen die Westdeutschen zum 15:26 (9:12)-Endstand unwiderstehlich davon. „Die Klasse hat sich durchgesetzt“, erkannte mJSG-Trainer Björn Brede die eigene Unterlegenheit an.

Doch was war das für ein rasanter Auftakt. Knapp mehr als 50 Sekunden war die Partie alt, da waren bereits drei Tore gefallen, lag die mJSG mit 1:2 hinten. Nur kurz die Verschnaufpause danach, weil sich der Melsunger Angriff an der bärenstarken TSV-Deckung die Zähne ausbiss und Dormagen anschließend sofort wieder den Turbo anwarf. Die Folge: ein 1:4-Rückstand nach fünf Minuten. Von dem sich die Hausherren aber nicht beeindrucken ließen. Magnus Rulff und Dimitri Ignatow per Tempogegenstoß stellten den Anschluss wieder her.

Danach wurde das Spiel ruhiger, aber auch erst einmal einseitiger. Weil die Gäste vorn durchdachter agierten und sich hinten auf ihren Jugend-Nationaltorhüter Janis Boieck verlassen konnten. Der machte reihenweise beste Möglichkeiten von Dimitri Ignatow, Magnus Rulff und Co zunichte und parierte sogar einen Siebenmeter von Fin Backs. Das 3:8 durch Damian Toromanovic, sogar in Unterzahl, war die Folge (15.).

Auch davon ließ sich Melsungen nicht unterkriegen, im Gegenteil. Allen voran Luca Schuhmann narrte den Klassenprimus ein ums andere Mal. Der 7:8-Anschluss war ebenso sein Werk wie das 8:9, nachdem zwischenzeitlich Marian Mügge einen Siebenmeter von Luca Bohrmann pariert hatte. Und es blieb eng, weil der spielerischen Klasse der Westdeutschen mit viel Kampf und Einsatz wettgemacht wurde. So überstand Melsungen selbst eine doppelte Unterzahl kurz vor der Pause ohne größeren Schaden, ging aber dennoch mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Pause.

So hoch das Tempo zu Beginn der ersten, so zäh war der Auftakt zur zweiten Hälfte. Mit eindeutigen Vorteilen beim Tabellenführer, der schneller zurück ins Spiel und auch die besseren Lösungen im Angriff fand. Mit Daniel Andrejew am Kreis und Lukas Stutzke im Rückraum hatte Bayer die herausragenden Akteure, um Melsungens Deckung regelmäßig zu düpieren. Elf Minuten brauchte der Favorit, um vorentscheidend auf 11:18 zu stellen. „Es war schwer, die herausgearbeiteten Möglichkeiten gegen diesen starken Mittelblock durchzubringen. Und unsere Außen haben sie effektiv zugestellt", sagte Brede.

Mit Max Bieber auf der Spielmacherposition kamen neue Ideen, Jonas Goßmann, Luca Hagemann und Niklas Fischer brachten ebenfalls noch einmal Schwung herein. An der sich abzeichnenden klaren Niederlage indes konnten auch sie nichts ändern. Dazu spielte Dormagen seine individuellen Vorteile zu clever aus und legte in der Deckung eher zu als dass die Kräfte nachgelassen hätten. Mit einem 6:0-Lauf schraubten sie das Ergebnis kontinuierlich in die Höhe (13:24, 53.). „Jede Mannschaft fängt irgendwann an Fehler zu machen. Das muss man erkenne und für sich nutzen“, fasste TSV-Trainer Ulli Kriebel den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Mannschaften zusammen. Denn seine Sieben bestrafte in der zweiten Hälfte nahezu jeden Fehler mit einem erfolgreichen Abschluss.

Am Ende war es dann also doch noch der erwartet klare Sieg der Übermannschaft der Weststaffel, die sich dennoch eine Halbzeit schwer tat gegen eine vor allem in der Deckung hervorragend eingestellte und aufopferungsvoll kämpfende mJSG. Die ihre Punkte im Kampf um Platz sechs ohnehin gegen andere Gegner einfahren muss, jedoch auch gegen einen Goliath gute Ansätze gezeigt hat und sich selbst mit der erlittenen Elf-Tore-Schlappe nicht grämen muss. Denn: „Bis zum 13:18 nach einer dreiviertel Stunde war alles in Ordnung. Wir haben in die Abwehr sehr viel investiert und so wenig Tore wie in der Stadtsporthalle hat Dormagen in dieser Saison noch gegen keinen anderen Gegner erzielt. Und für mich gehört diese Mannschaft ganz klar unter die Top-3 in Deutschland“, fand Brede auch in der Niederlage zu Recht noch Positives herauszustreichen. Für Kriebel und seine Mannschaft geht es ohne Verlustpunkt und mit nun sicherer Halbzeitmeisterschaft weiter in Richtung Playoffs, auch wenn der Bayer-Coach warnt: „Es kommt noch eine harte Rückrunde auf uns zu und wir haben im Angriff noch Steigerungspotenzial“.

 

Statistik

mJSG: Mügge (13 Paraden / 24 Gegentore), Suck (3 P. / 2 G.); Hagemann, Fischer, Rulff 3, Küllmer, Goßmann, Schuhmann 4, Ignatow 4/1, Damm, Weiß, Koch, Backs 2,  Bieber 2.

TSV: Boieck (15 P. / 15 G.), Hottgenroth (n. e.), Fuchs (n. e.); Pyszora, Winter, Hartmann 6, Zeyen, Zylus, Jagieniak 5, Bohrmann 5, Stutzke 5, Toromanovic 2, Andrejew 3, Stein.

Z: 120 - SR: Selau / Witt (Berlin) - Strafen: 10 : 8 Minuten - 7m: 3/1 : 6/4.

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