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Bis zum Sommer noch Mannschaftskameraden: Bürgels Christian Hildebrand (2) verteidigt hart gegen Johannes Golla, David Rivic (17) muss helfen und Keeper Marvin Hoppenstädt schaut zu. (Foto: WMK)

Oberliga: Starker Auftritt als Geburtstagsgeschenk für den Trainer

Nach drei Niederlagen in Folge hat die MT Melsungen II in der Oberliga Hessen mit 27:23 (13:9) über die TSG Offenbach-Bürgel wieder einen Sieg gefeiert. Einen hochverdienten dazu, denn bis auf eine etwas zurückhaltende Anfangsphase hatten die Nordhessen ihren Gegner im Griff. „Auswärts sind wir überall gern gesehene Gäste“, meinte TSG-Trainer Tom Grunwaldt lakonisch angesichts seiner in der Fremde weiterhin erfolglosen Mannschaft.

Dabei erwischte die Bundesliga-Reserve einen schlechten Start in eine auf beiden Seiten sehr nervös geführte Begegnung. Als Mark Petersen nach mehr als fünf Minuten das erste Tor erzielte, war das lediglich der Anschluss zum 1:2, den Bürgel postwendend mit dem 1:3 beantwortete. Viel mehr passierte nicht, bevor Trainer Georgi Sviridenko nach neun Minuten die erste Auszeit nahm. „Die Spannung war deutlich zu sehen bei uns. Wir haben unseren Rhythmus ändern müssen, um die 3:2:1-Deckung beim Gegner zu knacken“, erklärte MT-Trainer Georgi Sviridenko.

Es wurde tatsächlich strukturierter. Die Bälle liefen ruhiger durch die Reihen. Zum Vorteil der Gastgeber bewies Maurice Paske im Tor seine Klasse. So dass Alexander Bärthel nicht nur zum 4:4 ausgleichen (12.), sondern darüber hinaus Eugen Gisbrecht die Führung mit 6:5 auf die Seite der Gastgeber holen konnte (18.). Dennoch blieb alles ausgeglichen, auch Glück und Pech hielten sich die Waage. Hielt Paske den Siebenmeter von Nils Lenort noch überragend, war er gegen dessen Nachwurf machtlos. Dafür sprang auf der Gegenseite ein Pfostenknaller von Cornelius Feuring Torhüter Marvin Hoppenstädt an den Rücken und von da aus zum 8:7 ins Netz (22.).

Christian Damm war es, der sechs Minuten vor Halbzeit erstmals zwei Tore Vorsprung herauswarf und Gästetrainer Tom Grunwaldt damit zur Auszeit zwang. Wonach es bei den Südhessen jedoch auch nicht besser lief. Im Gegenteil legte eher Melsungen zu und kam durch einen Doppelschlag von Florian Weiß zu einer fast schon komfortablen Pausenführung. „Wir bringen unsere Performance einfach auswärts nicht durch“, zeigte sich Grunwaldt ratlos.

Der Vorsprung hatte auch nach dem Seitenwechsel noch weitere acht Minuten Bestand, denn mehr als je einen Treffer brachten beide zunächst einmal nicht zustande. Fast dahin war der schöne Vorsprung allerdings, nachdem Mark Petersen vom Siebenmeterstrich ebenso nur den Pfosten getroffen hatte wie kurze Zeit später Johannes Golla vom Kreis. Der ehemalige Melsunger Bundesliga-Profi Christian Hildebrand war der Nutznießer mit zwei Toren zum 15:13-Anschluß der Gäste (42.).

Was sich jedoch schnell wieder ins Gegenteil kehrte. Denn gerade das Spiel über den Kreis funktionierte bei der MT immer besser. Entweder Johannes Golla oder der in die Nahwurfzone übergegangene Eugen Gisbrecht waren dankbare Abnehmer der intelligenten Zuspiele aus dem Rückraum. „Es war wichtig, dass wir immer souverän bei unserer Linie geblieben sind und nie auf den Spielstand geschaut haben“ sagte Sviridenko. Und so hielt der Vorsprung mehr oder weniger konstant, auch wenn Bürgel alle Register zog und zunehmend offensiver agierte. Rechtsaußen Christopher Hofmann traf  dreimal in Folge zum 23:20 (56.).

Doch weil Maurice Paske in den entscheidenden Momenten prächtig reagierte und der eingewechselte Dimitri Ignatow zweimal nervenstark von Rechtsaußen vollstreckte, hielt Melsungen dem Druck der Gäste stand. Ignatows vierter Volltreffer im fünften Versuch zum 27:23 machte den verdienten Erfolg schließlich perfekt. „Wir hatten unsere Chance, waren aber nicht clever genug. Melsungens junger Haufen hat richtig gut gespielt“, zollte Tom Grunwaldt Respekt. Während sich Georgi Sviridenko im Mannschaftskreis über ein nachträgliches Geburtstagsständchen seiner Spieler freute, das ihm die zuvor geschenkten zwei Punkte noch zusätzlich versüßte.

 

Statistik

MT II: Paske (17 Paraden / 23 Gegentore), Meyfarth (n. e.); Kienast, Golla 4, Bärthel 3, Kothe 2, Ignatow 4, Damm 1, Feuring 4, Weiß 2, Gisbrecht 5, Backs, Petersen 2/1, Grolla.

TSG: Hoppenstädt (13 P. / 27 G.), Gezer (n. e.); Hildebrand 5, S. Lenort, Neumann, Gotta, Nastos, Rivic 2, Müller, Hofmann 4, N. Lenort 9, Büdel, Cohen 3, Lehmann.

Zuschauer: 160 – Schiedsrichter: Osternig / Schäfer (Groß-Gerau) – Strafen: 2:0 Minuten – Siebenmeter: 3/2:1/0.

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