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Acht Duelle gab es vom Siebenmeterstrich zwischen Dimitri Ignatow und VfL-Keeper Julian Malek. Achtmal blieb Melsungens Jugend-Nationalspieler Sieger. (Foto: WMK)

JBLH: Leistungsgerechtes Remis gegen Gummersbach

Der erste Heimsieg der Saison war drin für die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen, letztendlich reichte es beim 27:27 (12:15) gegen den VfL Gummersbach immerhin zu einem Teilerfolg. Der Sekunden vor dem Abpfiff fast auch noch entglitt, als der letzte Torwurf der Oberbergischen glücklicherweise nur am Pfosten landete und nicht im Netz.

Die Unsicherheit war spürbar in den Reihen der Gastgeber. Schließlich sollten im vierten Heimspiel endlich die ersten Punkte aufs Konto gebracht werden. Klar, dass das den Druck auf die Nordhessen erhöhte. Und seinen Tribut forderte, denn Gummersbach nutzte den leichten psychologischen Vorteil des frei aufspielen Könnens direkt zur 2:0-Führung und hielt diesen Vorsprung auch nach zehn Minuten noch. Was Melsungens Trainer-Duo Björn Brede und Sascha Henkel beim Stand von 3:5 zur ersten Auszeit zwang. „Wir haben wieder nicht ins Spiel gefunden. Die Abwehr stand nicht kompakt genug und hatte keine Präsenz. Der Gegner kam mit einfachsten Mitteln zum Erfolg“, sagte Brede.

Im Anschluss funktionierte die Deckung tatsächlich wesentlich besser und konnte einige Ballgewinne generieren. Zwar hakte das gebundene Angriffsspiel noch immer etwas, aber oft waren die Westdeutschen auch nur über Fouls in der Lage, den Melsunger Elan zu stoppen. Die fälligen Siebenmeter verwandelte Dimitri Ignatow sicher und steuerte ebenso wie Niklas Fischer noch einen Tempogegenstoß bei, um die Partie zum 7:5 zu drehen (14.). Ein kurzer Zwischenspurt nur, wie sich schnell zeigte. Denn Düsseldorf glich aus und profitierte dann beim 8:9 von einer doppelten Hinausstellung gegen Melsungen. Das konnte Ignatow mit einem Treffer aus dem Rückraum noch einmal egalisieren, dann zogen die Gäste sogar auf 9:13 davon (26.) und gingen mit einer beruhigenden Drei-Tore-Führung in die Kabine. „Dem Angriff hat Tempo gefehlt“, erkannte Brede und forderte mehr Engagement von seinen Spielern.

Der Rückstand erhöhte sich nach dem Seitenwechsel auf fünf, noch ehe die mJSG so richtig wieder auf dem Feld war. Erst nach Shawn Paulys Siebenmeter zum 12:17 (34.) wachte Melsungen auf. Dafür aber umso effektvoller. Magnus Rulff und Florian Weiß trafen jeweils doppelt, Luca Schuhmann setzte den Ausgleichstreffer zum 17:17 in Überzahl – das Spiel war nach 40 Minuten wieder vollkommen offen. Um ein Haar hätte Schuhmann den Vorteil auch zurückgeholt, doch sein Wurf landete krachend am Pfosten. „Endlich wurde gekämpft und die Variante über einen zweiten Kreisspieler hat gezogen“, freuten sich Melsungens Trainer über den gelungenen taktischen Schachzug, der die ansonsten stabile 6:0-Deckung der Gäste ins Wanken brachte. Gummersbachs Co-Trainer Philipp Wilhelm, der Denis Bahtijarevic an der Linie vertrat, war längst nicht mehr zufrieden mit der Spielweise der Oberbergischen: „Wir hatten das in der ersten Hälfte so gut und geduldig gespielt. Nach dem Seitenwechsel hat einfach die Konzentration gefehlt“.

Das Privileg der zweiten Melsunger Führung des Tages durfte Torhüter Marian Mügge anschließend für sich verbuchen. Sein Wurf über das gesamte Feld ins zu Gunsten eines weiteren Feldspielers verlassene Gummersbacher Gehäuse bedeutete nach genau einer dreiviertel Stunde das 22:21, Florian Weiß erhöhte kurz darauf auf 24:22 (47.). Jedoch wieder ohne Nachhaltigkeit, da nacheinander Dimitri Ignatow und Luca Hagemann mit Strafen raus mussten. „Durch sowas haben wir uns immer wieder selbst rausgebracht. Wären wir da auf drei weg, hätten wir das Ding gehabt“, ärgerte sich Sascha Henkel. Die Folge der zweimaligen Unterzahl: zweimal Shawn Pauly per Strafwurf und zweimal Magnus Neitsch stellten auf 26:28, Pierre Busch legte zum 26:29 nach (53.). Doch auch das war noch nicht die Entscheidung. Magnus Rulff tankte sich durch die Abwehr, Dimitri Ignatow blieb vom Siebenmeterstrich doppelt nervenstark – 27:27, wieder der Ausgleich mit noch knapp drei Minuten auf der Uhr. „Wieder waren wir, wie bei den Führungen vorher schon, nicht clever genug, sind aus der Abwehr zu früh rausgestürzt. Aber wir waren zum Ende hin auch schon ziemlich platt“, bekannte Wilhelm.

Dann unterlief Julian Damm ein Foul gegen Paul Borisch, für das er die Rote Karte kassierte. Der Gummersbacher prallte unglücklich auf den Hallenboden und musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zur Untersuchung ins Krankenhaus. Unterzahl also für die mJSG in der Schlussphase, die jedoch ohne Gegentreffer blieb. Bevor sich in den letzten 20 Sekunden die Ereignisse überschlugen. Denn Mügge hielt bei angezeigtem passivem Spiel den Ball von Linksaußen Magnus Neiztsch, doch in seinen schnellen Pass nach vorn, der den doppelten Punktgewinn hätte bringen können,  spritzte Pierre Busch und lief von der Mittellinie allein in Richtung Sieg für Gummersbach. Mügge hatte keine Abwehrchance mehr gegen dessen finalen Wurf, aber der Pfosten erledigte seine Arbeit und rettete den Punkt für die Nordhessen, der kurz zuvor noch in einen Zweier hätte ausgebaut werden sollen. Dramatisches Ende einer spannenden Partie, die schlussendlich keinen Sieger hatte, aber auch keinen Verlierer verdient gehabt hätte. „Schaut man auf den Verlauf, dann war es für uns trotzdem ein gewonnener Punkt“, sagte Henkel. Und auch Wilhelm war zufrieden und einverstanden mit dem Ausgang: „Unsere junge Mannschaft hat hier toll gefightet“.

 

Statisik

mJSG: Mügge (1 Tor, 11 Paraden / 26 Gegentore), Suck (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Hagemann, Fischer 2, Rulff 5, Küllmer, Goßmann, Schuhmann 1, Ignatow 10/8, Damm 2, Weiß 5, Koch 1, Bieber.

VfL: J. Malek (12 P. / 27 G.);Weiler 2/1, Dordic, Mentges 3, Neitsch 4, T. Malek, Athanassoglou, Borisch 3, Stöcker, Pauly 10/3, Klama, Busch 5.

Z: 100 - SR: Frankholz / Frankholz (Wuppertal) - Strafen: 16 : 10 Minuten – Disqualifikation: Damm (mJSG, 58.) - 7m: 8/8 : 5/4.

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