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Zwei Minuten mit Kniefall: Matthias Kienast kann es nicht glauben. (Foto: WMK)

Oberliga: 23:23 - Immerhin ein Auswärtspunkt

Die Melsunger Bundesliga-Reserve ist in dieser Oberliga-Saison der Garant für Spannung und Dramatik bis zum Abpfiff. Auch beim 23:23 (12:13) bei der HSG Kahl/Kleinostheim war die Partie bis in die Schlussminute nach beiden Seiten offen. Mit Möglichkeiten für beide, den zweiten Zähler auf der Zielgeraden noch für sich zu verbuchen.

Ohne ihre torhungrige Flügelzange Fin Backs (verletzt) und Dimitri Ignatow (Lehrgang) sowie die Kreisläufer Petr Hruby und Johannes Golla (angeschlagen) startete die MT Melsungen II zunächst gut in die Partie. Weil Merlin Kothe und Cornelius Feuring von den Halbpositionen viel Druck machten und die sehr offensiv ausgerichtete HSG-Deckung mehrfach düpierten. Dazu präsentierte sich Fabian Meyfarth im Tor glänzend aufgelegt und parierte schon früh einen Siebenmeter von Jonas Wuth. Als Folge stand nach zwölf Minuten eine 6:4-Führung der Nordhessen auf der Anzeigetafel.

Die war dahin, als Stephan Denhard aufdrehte und mit drei Treffern maßgeblich am Zwischenspurt zum 8:6 zu Gunsten der Gastgeber beteiligt war (17.). „Wir hatten zu wenig Bewegung in der Abwehr und haben zu statisch agiert“, ärgerte sich MT-Trainer Georgi Sviridenko. Denn Kahls Spielmacher blieb auch weiter die bestimmende Figur auf dem Feld, zog geschickt die Fäden oder suchte selbst den Abschluss. Dem hatte Melsungen das variablere Spiel und seine treffsicheren Halbschützen entgegenzusetzen, was die Begegnung ebenso offen wie spannend hielt. Fast hätte es auch noch zum Remis zur Pause gereicht, doch Mark Petersens Wurf schlug erst nach der Sirene im Netz ein.

Von gutem Handball war nach dem Seitenwechsel auf beiden Seiten nichts mehr zu sehen. Viele technische Fehler, liegengelassene Möglichkeiten, vergebene Siebenmeter und Zeitstrafen hüben wie drüben, am Spielstand änderte sich indes wenig (16:15, 40.). Bis sich Kahls Nicola Ludwig über weitere Siebenmeter so viel Selbstvertrauen geholt hatte, dass er auch aus dem Feld traf und seine HSG mit 18:15 nach vorn brachte (42.).

Melsungen stellte um, deckte 5:1. „Das hat uns das Genick gebrochen“, gab HSG-Trainer Martin Coors zu. Weil die Gastgeber zunehmend Konzentrationsmängel offenbarten, war nach Merlin Kothes 21:21wieder alles offen, nach Jan Grollas Führungstreffer zum 23:22 sogar der Auswärtssieg greifbar. Auch Kahl griff nach dem Sieg, hatte den letzten Angriff der Partie und vergab den möglichen Siegtreffer - fast folgerichtig - mit einem Fehlpass. „Es war ein seltsames Spiel. Ich weiß nicht einmal, ob das jetzt ein gewonnener oder verlorener Punkt war“, sagte Sviridenko. Klarer war das Urteil für Coors: „Wir haben einen Zähler liegen gelassen, solche Spiele daheim muss man einfach gewinnen“.

 

Statistik

MT II: Paske (5 Paraden / 9 Gegentore), Meyfarth (8 P. / 14 G.); Rulff, Kienast 2, Bärthel 1, Kothe 7, Damm, Feuring 4, Weiß 1, Gisbrecht 3/2, Petersen 3/2, Grolla 2.

HSG: Seidel (14 P. / 20 G.), Adamcevic (3 P. / 3 G.); Wienand, Emge 2, J. Wuth 2, Roth 1, Berberich, Schürger, S. Wuth, Schweizer, Ludwig 10/7, Preis 2, Denhard 6.

Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Hoffelner / Siedel (Bensheim-Auerbach) – Strafen: 8 : 6 Minuten – Siebenmeter: 5/4 : 9/7.

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