News

Sorgten für einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Infoabend: Abteilungsleiter und Moderator Bernd Prauss, Athletik-Trainer Florian Sölter, MT-Profi Gabor Langhans, Jugendkoordinator Axel Renner, Physiotherapeut Florian Maienschein und Organisator Philip Julius (von links). (Foto: WMK)

Infoabend: Regeneration und Eigenverantwortung

Eine alte Sportlerweisheit besagt, dass mit dem Abpfiff eines Spiels die Vorbereitung auf das nächste schon beginnt. Warum das tatsächlich so ist, erklärte Physiotherapeut Florian Maienschein im Vereinsheim der MT Melsungen anlässlich einer Infoveranstaltung des Vereins kurz vor Weihnachten. Dort hatten sich die aktiven A-, B- und C-Jugendhandballer sowie deren Eltern und Mannschaftsverantwortliche auf Initiative von Philip Julius, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Kassel und Jugendtrainer der MT, eingefunden, um Informationen in Bezug auf Regeneration und Prävention im Leistungssport aus erster Hand zu erhalten.

Maienschein, der erst kürzlich die B-Trainerlizenz als Lehrgangsbester erhielt, ging in seinem Part auch speziell auf die Ernährung ein: „Die Energiespeicher müssen nach der körperlichen Belastung adäquat wieder aufgefüllt werden“. Je sorgfältiger also die Nachbereitung einer Partie, desto eher ist der Spieler wieder im Training belastbar. Ausreichend Schlaf und täglich etwa drei Liter ungesüßte Flüssigkeit helfen dabei, das Leistungspotenzial des Körpers hoch zu halten.

Kontrollieren lässt sich das in eigener Regie. Wie überhaupt die Eigenverantwortung beim Leistungssportler, egal welchen Alters, einen sehr hohen Stellenwert haben sollte. „Je ehrlicher der Athlet mit sich selbst ist, desto besser ist der Überblick des Trainers, der die Einheiten entsprechend dem jeweiligen Fitnesslevel dosieren kann“, erklärte Athletiktrainer Florian Sölter, der in seinem Fachbereich kurz vor der Promotion steht. Denn wie es um das körperliche Befinden steht wird mit Regenerationsprotokollen ermittelt und anhand von Feedbackbögen abgefragt. Die Vorarbeit kommt also vom Athleten selbst, der sich so am Ende nur selbst betrügt, wenn er seine Eigenverantwortung vernachlässigt.

Dem gegenüber steigt der athletische Level als limitierendes Kriterium der technisch-taktischen Fertigkeiten bei sorgfältiger Trainings- und Wettkampfsteuerung. „Ein Punkt, der uns in den Vorbereitungsturnieren als schlummerndes Potenzial auffiel, als wir spielerisch mit Spitzenmannschaften mithalten konnten, aber im athletischen Bereich Defizite hatten“, begründete Jugendkoordinator Axel Renner, warum die MT Melsungen seit dem Sommer mit Doktorand Sölter auf einen fest angestellten Athletik-Coach eigens für den Jugendbereich setzt und diesen Entwicklungsbereich in spezialisierte, kompetente Hände gelegt hat.

„Davon konnten wir selbst in Berlin zu meinen Jugendzeiten nur träumen. Da hat einfach der Co-Trainer die Athletik übernommen“, erinnerte sich MT-Profi Gabor Langhans zurück, der seine Erfahrungen zwischen den  Vorträgen der beiden Fachreferenten in einem lockeren Gespräch mit Handball-Abteilungsleiter Bernd Prauss weitergab. So erfuhren die Anwesenden nicht nur, dass der derzeit verletzte Neuzugang der Melsunger als A-Jugendlicher auch schon einen Kreuzbandriss zu verkraften hatte, sondern dass man selbst solche Rückschläge und Ausfallzeiten als Sportler sinnvoll nutzen kann und muss. Auch sonst, sagt der Profi, „hat man als Handballer viel Freizeit, nur eben zu manchmal ungünstigen Zeiten“. Aber: „Man kann dann Defizite in anderen Bereichen aufarbeiten oder einfach an einem zweiten Standbein neben dem Handball basteln“. Eigenverantwortung zeigen eben, und das nicht nur auf dem Spielfeld oder zu den festgelegten Trainingszeiten, sondern auch im Umgang mit der eigenen Gesundheit im Alltag.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas