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Nur sieben Treffer in der zweiten Hälfte gegen Marian Mügge, Julian Damm und Florian Weiß, aber das reichte nicht mehr zum Sieg nach 19 Gegentoren im ersten Durchgang. (Foto: MTT)

JBLH: Zu Hause weiter sieglos - 25:26 gegen Düsseldorf

Es will einfach nicht klappen in der Stadtsporthalle. Auch im sechsten Heimspiel der Saison blieb die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ohne Sieg. Gegen ART Düsseldorf setzte es eine ebenso bittere wie unnötige 25:26 (10:12)-Niederlage.

Die mJSG überraschte die Gäste aus dem Rheinland mit einer ungewohnt offensiven Abwehrformation. Dimitri Ignatow kümmerte sich vorgezogen um seinen Nationalmannschaftskollegen Tobias Middell und auf der linken Seite kam Julian Damm früh aus dem Abwehrverbund, um Daniel Zwarg den Schwung zu nehmen. Das klappte prima und führte schnell zu einer 6:3-Führung (7.), weil der dreimal erfolgreiche Magnus Rulff die Düsseldorfer Deckung mächtig  durcheinander wirbelte.

Aber die Westdeutschen freundeten sich mit diesen Gegebenheiten schnell an, fanden andere Wege und ließen sich nicht abhängen. Im Gegenteil schlossen sie zum 7:6 auf (11.), und übernahmen mit drei Toren in Folge zum 10:11 auch erstmals die Führung (18.). Grund genug für eine Auszeit, in deren Folge nicht nur Benjamin Suck zwischen die Pfosten rückte, sondern auch Max Bieber die Spielmacherposition übernahm.

Wechsel, die sich nicht positiv auswirkten. Weil es ART verstand, die mittlerweile „normal“ gespielte 5:1-Deckung der mJSG ein ums andere Mal auszuspielen und auch Middell nun voll einzubeziehen. Gegen dessen Würfe aus der zweiten Reihe war kein Kraut gewachsen. „Unser Spiel ist auf ihn einfach angewiesen“, bekannte ART-Trainer Gilbert Lansen und war alles andere als unglücklich über die geänderte Marschrichtung der Nordhessen. Die für Trainer Sascha Henkel jedoch unabdingbar war: „Unsere 5er-Abwehr war zu passiv. Wir waren wirklich gut vorbereitet, bekamen aber trotzdem keinen Zugriff auf die Düsseldorfer“.

Als nach Middells Doppelschlag zum 11:13 kurz nacheinander Magnus Rulff und Tobias Damm mit Strafen raus mussten, war es um die taktischen Spiele ohnehin geschehen und sah es nicht gut aus für die Hausherren. Doch mit einem feinen Kempa-Anspiel von Florian Weiß auf Fin Backs gelang es gerade noch, die doppelte Unterzahl unbeschadet zu überstehen. Insgesamt gingen aber zu viele Bälle vorn verloren, wurde außerdem Patrick Spierau im Gästetor regelrecht warmgeschossen. Auch zwei Siebenmeter von Dimitri Ignatow wurden Beute des ART-Keepers, so dass Melsungen nach halber Distanz mit drei Treffern im Hintertreffen lag.

Zur zweiten Hälfte ging es zurück auf die Taktik des Spielbeginns. Ignatow kümmerte sich wieder direkt um Middell. Marian Mügge hatte schon zuvor den glücklosen Suck wieder ersetzt und fand mit drei gehaltenen Bällen prima in den zweiten Durchgang hinein. Die Folge: Fin Backs per Siebenmeter und Julian Damm stellten den Anschluss her, Dimitri Ignatow glich zum 19:19 aus. Erst nach neun Minuten gelang Tobias Middell mit einem Gewaltwurf der erste Gästetreffer nach dem Wechsel.

Doch gerade als die Melsunger dran waren, wurde es auch schon wieder eng. Weil Magnus Rulff bereits früh mit zwei Zeitstrafen belastet war und nur noch im Angriff eingesetzt wurde und Julian Damm just nach dem 20:20 durch Fin Backs mit der dritten Strafe ganz raus musste. Das gab den Westdeutschen wieder Oberwasser. Daniel Zwarg und Moritz Görgen brachten ihre Mannschaft erneut mit zwei nach vorn (21:23, 47.). „Die Aufholjagden packen wir immer, aber nicht die Wende“, beklagte Henkel.

Noch einmal glichen Fin Backs und Florian Weiß aus, dann sorgten Jonas Rennings und Tobias Middell wieder für den alten Abstand, weil Dimitri Ignatow auf dem Weg zum Ausgleich frei an Spierau scheiterte und sich in seiner nächsten Abwehraktion postwendend eine Strafe einfing. „Wir bringen es einfach nicht hin, uns für gute Arbeit auch mal zu belohnen“, meinte Melsungens Trainer enttäuscht

Aufgeben kam für seine Mannschaft allerdings nicht in Frage. Magnus Rulff schaffte das 25:26. Zu mehr reichte es aber trotz Ballbesitz im letzten Angriff nicht, denn für einen vorbereiteten Abschluss blieb bei auslaufender Uhr keine Zeit mehr. „Platz fünf ist drin für uns, wenn es gut läuft vielleicht auch Platz vier“, freute sich Lansen  über den sechsten Sieg aus den letzten sieben Begegnungen. Während sich die mJSG eher nach unten orientieren muss und ihre Ziele anders definiert: „Wir müssen endlich ein konstantes Leistungsniveau erreichen. Priorität hat, den Zuschauern in eigener Halle endlich mal wieder zwei Punkte zu schenken“, sagte Henkel..

 

Statisik

mJSG: Mügge (9 Paraden / 19 Gegentore), Suck (1 P. / 7 G.); Hagemann, Fischer, Rulff 6, Goßmann, Schuhmann 1, Ignatow 2, Damm 3, Weiß 5, Koch, Backs 8/3, Bieber.

ART: Spierau (17 P. / 25 G.); Schiffmann 2, Görgen 5, Barentzen 2, Zwarg 3, Prior, Rennings 4/2, Middell 10.

Z: 120 - SR: Selau / Witt (Berlin) - Strafen: 14 : 10 Minuten – Disqualifikation: Damm (mJSG, 41:51, 3x2 Minuten) - 7m: 5/3 : 5/2.

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