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Erfolgreichster Melsunger Schütze mit acht Treffern: Cornelius Feuring. Der Linkshänder überzeugte als Spielmacher, erreichte neben Torhüter Maurice Paske aber als einziger Feldspieler Normalform. (Foto: MTT)

Oberliga: Fehlstart in die Rückrunde

Misslungener Start in die Rückrunde für die MT Melsungen II. Mit 23:29 (10:12) unterlagen die Nordhessen der HSG VfR/Eintracht Wiesbaden und bleiben damit in der Tabelle erst einmal auf einem Abstiegsplatz.

Die MT konnte bis auf Johannes Golla nominell aus dem Vollen schöpfen gegen Südhessen, die seit zwei Monaten auf ein Erfolgserlebnis warteten und die letzten fünf Partien der Hinrunde zum Jahresende allesamt verloren. Allerdings gingen ein halbes Dutzend Spieler mit gesundheitlichen Handicaps ins Spiel. Von Überlegenheit war demzufolge auf dem Feld nichts zu sehen. Im Gegenteil präsentierte sich Wiesbaden vor allem in der Abwehr viel stärker als erwartet. Immer wieder war eine Hand dazwischen, wenn Petr Hruby auf der Kreisposition angespielt werden sollte oder wurden die Winkel der Schützen klein gemacht. “Wir haben Melsungen in der Defensive den Schneid abgekauft. Auch den Kreis hatten wir wider Erwarten gut im Griff“, freute sich HSG-Trainer André Sikora-Schermuly. Wenn bei der MT etwas ging, dann über die zweite Reihe. Nach zwei Toren von Cornelius Feuring traf Merlin Kothe zum 4:3, Wiesbadens Trainer André Sikora-Schermuly bat zur Auszeit (13.).

Mit dem Erfolg, dass seine Abwehr noch undurchlässiger wurde, auf der gegenüberliegenden Seite aber zunehmend Lücken entstanden. Ausbaden musste das Maurice Paske. Der zwar einige Male hervorragend parierte, jedoch nicht verhindern konnte, dass die Gäste bis auf 4:7 davonzogen. Jetzt war es an Georgi Sviridenko zu reagieren. Das geschah ohne personelle Konsequenzen, dafür mit Feingefühl. Das Zusammenspiel wurde präziser, die Abschlüsse wurden besser vorbereitet.

Einziger Wermutstropfen: bis auf Cornelius Feuring konnte davon niemand nachhaltig profitieren. Er rückte auf die Mittelposition und gab damit Wiesbadens zentraler Abwehr mit seinen ungewohnten Bewegungsabläufen als Linkshänder einige Rätsel auf. Das, ergänzt um weitere Glanzparaden von Paske, reichte jedoch nicht, um eine Wende herbeizuführen. „Der Großteil der Mannschaft war kopfmäßig überhaupt nicht da", beklagte Sviridenko. Zweimal ging es dennoch bis zum Ausgleich (8:8 Feuring 24., 10:10 Grolla 28.), doch in die Kabinen nahm die HSG wieder eine Führung mit.

Sah es nach dem Seitenwechsel zunächst so aus, als könne sich die MT stabilisieren, war nach Dimitri Ignatows 12:13 mit einem Mal so richtig der Wurm drin. Eine ganze Serie von Ballverlusten im Angriff bescherte den Landeshauptstädtern einen Gegenstoß nach dem anderen. Gelegenheiten, die gern angenommen wurden, zweimal sogar bei Überzahl der Rot-Weißen: Danic Seiwert stellte auf 12:17, kurz darauf Johannes Schumacher auf 14:20 (40.). Das Spiel schien durch, zumal Melsungen weiter kaum einen Ball sauber an den eigenen Mann brachte.

War es aber noch nicht. Weil ein fulminanter Zwischenspurt mit Toren von Fin Backs, Cornelius Feuring und zweimal Dimitri Ignatow zum 19:21 für neue Hoffnung sorgte. Eine trügerische Hoffnung, wie sich schnell herausstellte. Schnell war Wiesbaden wieder auf 20:25 enteilt (50.). Ehe Jan Grollas Energieleistung zum 21. Treffer und ein gehaltener Seiwert-Strafwurf durch den eingewechselten Fabian Meyfarth noch einmal Mut machte. Doch Wiesbaden ließ sich jetzt nicht mehr verunsichern. Sviridenko nahm fünf Minuten vor dem Ende die letzte Auszeit, vermochte damit aber keinen entscheidenden Impuls mehr zu setzen. „Wiesbaden hat clever und sicher gespielt und unsere Schwächen konsequent ausgenutzt“, erkannte Melsungens Übungsleiter fair an. Nichts gelang seiner Mannschaft mehr in der verbleibenden Zeit, was die letztlich verdiente Heimniederlage noch hätte verhindern können.

 

Statistik

MT II: Paske (16 Paraden / 27 Gegentore), Meyfarth (1 P. / 2 G.); Rulff, Kienast, Hruby 1, Bärthel, Kothe 2, Ignatow 3, Damm, Feuring 7, Weiß, Gisbrecht 3/3, Backs 1, Petersen 1, Grolla 5.

HSG: V. Robinson (7 P. / 16 G.), N. Robinson (5 P. / 7 G.); Fuhrig 2, Corazolla 3, Hermann, Seiwert 9/2, Pareigis 4, Schuhmacher 6, Walter, Stademann, Henkelmann 2, Schubert 3, Boch.

Zuschauer: 100 – Schiedsrichter: Kerth / Knodt (Erfelden) – Strafen: 4:6 Minuten – Siebenmeter: 4/3:3/2.

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