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Jonas Koch überzeugte beim Remis in Neuss und steuerte vier Tore zum Teilerfolg bei. (Foto: WMK)

JBLH: Kämpferisch starke mJSG bringt einen Punkt aus Neuss mit

Mit einem verdienten Teilerfolg kehrten die A-Jugend Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen vom Bundesliga-Gastspiel beim Neusser HV zurück. Das 29:29 (17:14) spiegelte dabei die Kräfteverhältnisse über die gesamte Spielzeit gut wider.

Es brauchte einen 0:2-Rückstand und einen Wechselfehler, ehe für die Melsunger das Spiel begann. Erst in der Unterzahl nach knapp fünf Minuten berappelten sie sich und kamen über Finn Backs und einen Gegenstoß über Florian Weiß zum Ausgleich. Der jedoch schnell wieder Geschichte war, weil die Abwehr die beiden Neusser Rückraum-Halben Sebastian Rinus (4 Tore) und Dominik Meissner (2) nicht in den Griff bekam. Die Folge: ein erneuter 4:6-Rückstand nach 11 Minuten. „Wir sind gegen Rinus nicht konsequent gegen die Wurfhand gegangen“, ärgerte sich Trainer Björn Brede.

Danach funktionierte die 5:1-Deckung mit Magnus Rulff auf vorgezogener Position wesentlich besser. Der Angriff des NHV kam ins Stocken, Ballgewinne der Gäste häuften sich. Nutznießer war in erster Linie Rulff selbst, der mit vier Treffern beteiligt war an der Wende zum 9:7 für die mJSG. Die Dimitri Ignatow (2) und der stark spielende Jonas Koch sogar auf 12:7 ausbauten (19.). Ehe zwei Zeitstrafen gegen Rulff kurz hintereinander nicht nur das zuvor so prima funktionierende Abwehrsystem auseinanderrissen, sondern den Westdeutschen das Comeback ermöglichten. Natürlich über Meissner und vor allem Rinus, die sogar den Anschluss zum 12:13 wieder herstellten (24.). Ehe Florian Weiss die Initiative an sich riss und mit drei Toren in Folge für einen doch wieder freundlicheren Halbzeitstand sorgte.

Auch der Start der zweiten Hälfte gehörte den Westdeutschen. Die vertrauten nicht mehr nur auf die Wurfkraft von Rinus, sondern legten ihr Spiel breiter an. Maximilian Strunk gelang prompt das erste Erfolgserlebnis vom Kreis, ehe dann doch wieder Meissner und Rinus die Hämmer auspackten und Neuss mit 18:17 in Vorlage brachten (36.). „Wir haben im Angriff unsere Lockerheit verloren“, erklärte Brede.

Marian Mügge stoppte den Abwärtstrend kurzzeitig mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Fabian Bleckat. Dass die Gastgeber schnell bis auf 22:18 davonzogen, konnte jedoch auch er nicht verhindern. Unnötige Ballverluste vorn, unerklärliche Lücken hinten – es war nicht mehr viel übrig vom phasenweise  überzeugenden Vorstellung der ersten Halbzeit. „Über das Kämpferische sind wir zurückgekommen und haben mehrfach über die zweite und dritte Welle Erfolg gehabt“, bescheinigte Melsungens Übungsleiter seiner Mannschaft eine vorbildliche Moral. Denn wieder brauchte es eine Unterzahl als Weckruf. Ignatow und Weiß verkürzten mit einem Mann weniger auf dem Feld. Auch Fin Backs taute auf, versenkte das Leder dreimal und nach Ignatows Tempogegenstoß zum 24:24 war die Partie wieder völlig offen (48.).

Die letzten zehn Minuten gerieten zum Krimi. Neuss legte bis zu zwei Tore vor, Melsungen zog nervenstark nach. Als Fin Backs eine Strafe kassierte, schien das Pendel in Richtung NHV auszuschlagen. Doch ausgerechnet Rinus zeigte Nerven, setzte einen Siebenmeter wie auch einen Wurf aus der zweiten Reihe in Überzahl jeweils weit über Mügges Kasten. Der Vorteil lag damit wieder bei der mJSG, die das aber nicht nutzen konnte. Erst scheiterte Rulff an Valentin Bieber, dann Fin Backs hart bedrängt am Pfosten. Neuss legte wieder vor, Rulff gelang doch noch der Ausgleich.

Bevor sich zum Schluss die Ereignisse überschlugen. Erst beschwerte sich Neuss lautstark, dass der vermeintlich letzte Angriff in einem zweifelhaften Stürmerfoul endete, dann reklamierte Melsungen vehement, dass die Uhr fünf Sekunden vor Schluss nach einem Foul an Weiss im Mittelfeld nicht angehalten wurde und auslief. Nutzen brachten die Proteste weder hüben noch drüben, so dass das 29:29 auf der Anzeigetafel das Endergebnis darstellte. „Verdient“, fand NHV-Trainer Mark Dragunski und lieferte die Begründung sofort nach: „Die erste Hälfte lief für Melsungen, die zweite für uns. Schade nur, dass wir nicht alles gezeigt haben, was wir können“.

 

mJSG: Mügge (10 Paraden / 29 Gegentore), Suck (n. e.), Eggert (n. e.); Hagemann 1, Fischer, Rulff 5, Küllmer, Goßmann, Schuhmann 1, Ignatow 7/1, Damm, Weiß 6, Koch 4, Backs 5.

NHV: Bieber (11 P. / 22 G.), Lymann (2 P. / 7 G.); Fassbender 3, Kohl 1, Schultz 1, Kurth, Spiekermann, D. Meissner 8, A. Meissner, Strunk 1, Rinus 10/2, Schöneich 1, Bleckat 3/1, Demir 1.

Z: 80 - SR: Linker / Schmidt (Wanne-Eickel) - Strafen: 10 : 2 Minuten - 7m: 2/1 : 6/3.

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