News

Brachte neuen Schwung im Rückraum, konnte mit seinen vier Toren die Niederlage aber nicht verhindern: Jan Grolla zieht hier voll durch gegen Dutenhofens Block mit Maduwuike Okpara (hinten) und Hendrik Schreiber. (Foto: MTT)

Oberliga: Der Tabellenzweite hatte den längeren Atem

Vierzig Minuten war es ein harter Kampf auf Augenhöhe, dann musste sich die MT Melsungen II der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II im Spiel der Handball-Oberliga Hessen doch noch klar mit 28:34 (16:15) geschlagen geben. „Das müssen wir so hinnehmen. Kämpferisch haben wir uns nichts vorzuwerfen“, urteilte Trainer Georgi Sviridenko gefasst.

Ganz konzentriert ging die MT zunächst zu Werke und hatte dabei einen schon gewohnt bärenstarken Maurice Paske im Rücken. Der Lohn: eine ebenso schnelle wie verdiente 4:2-Führung nach sechs Minuten. Dutenhofen versuchte, dem Melsunger Rückraum mit einer 5:1-Deckung den Zahn zu ziehen. Ohne rechten Erfolg, denn sowohl Merlin Kothe (2) als auch Cornelius Feuring (4) trafen zuverlässig bis zum 8:4 (13.).

Eine Zeitstrafe gegen Feuring brachte die HSG zurück ins Spiel und bescherte sogar Till Klimke ein besonderes Erfolgserlebnis. Dutenhofens Keeper traf ins verlassene MT-Tor, als Sviridenko versuchte, die Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler zu kompensieren und der Ball im Angriff verloren ging. Hendrik Schreiber zeigte sich ebenfalls treffsicher und setzte das Leder dreimal in Folge in die Maschen, so dass nach dem 10:10 des HSG-Spielmachers alles wieder offen war (20.). Bis zur Pause blieb es ausgeglichen, weil Merlin Kothe weiter zuverlässig traf und sich die Hereinnahme von Jan Grolla als belebend erwies, Dutenhofen aber auch immer wieder Lücken im rot-weißen Abwehrverbund fand. „In der ersten Hälfte haben beide Deckungsreihen die nötige Konsequenz vermissen lassen“, befand HSG-Trainer Andreas Klimpke.

Den besseren Einstieg in die zweite Hälfte hatte Melsungen. Petr Hruby und Alexander Bärthel per Tempogegenstoß bauten den Vorteil auf 18:16 aus. Dann riss der Faden abrupt. Die Gäste holten sich zunächst erstmals die Führung zum 19:18 und erhöhten bis zur 45. Minute auf 25:21. „Da haben wir uns ein paar technische Fehler zu viel geleistet, das war der Genickbruch“, sagte Sviridenko. Er  reagierte mit seiner letzten Auszeit, brachte damit aber nur bedingt wieder Ruhe ins eigene Spiel. Die Mittelhessen bestraften weiterhin jeden MT-Fehler mit einem Konter und zogen auf 27:22 davon (48.). „Man merkte, dass Melsungen die Kraft ausging. Wir hatten die breitere Bank und konnten das ausnutzen“, analysierte Klimpke.

Nur kurz berappelten sich die Hausherren noch einmal und schlossen durch zweimal Feuring und einmal Hruby etwas auf. Dann bestimmten wieder unnötige Ballverluste und Abwehrschwächen das Bild. „Da hat unsere Deckung klasse geblockt“, freute sich Klimpke. HSG-Rechtsaußen Tim Rüdiger profitierte davon und lief einen erfolgreichen Konter nach dem anderen. So wuchs der Rückstand noch einmal an und gab dem Ergebnis eine Größenordnung, die dem Spielverlauf nicht mehr entsprach. Was Sviridenko deshalb auch nicht von seiner eher positiven Bilanz abrücken ließ: „Das war der Tabellen-Zweite, wir waren gut drauf und haben über weite Strecken umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Mit einer solchen Leistung werden wir gegen andere Gegner unsere nötigen Punkte noch holen“.

 

Statistik

MT II: Paske (10 Paraden / 24 Gegentore), Meyfarth (3 P. / 10 G.); Kienast, Hruby 3, Bärthel 1, Kothe 8, Ignatow, Damm, Feuring 6, Gisbrecht 3/2, Backs 1, Petersen 1, Grolla 4.

HSG: Klimpke (1 Tor / 14 P. / 28 G.), F. Gümbel (n. e.); J. Wallwaey 3, L. Gümbel 2, Pjanic, Leger 3, Lindenstruth, L. Wallwaey, Schreiber 7, Weber 4, Rüdiger 8, Okpara, Lauber 3/2, Ludwig 3/2.

Zuschauer: 100 – Schiedsrichter: Lebherz / Mostert (Seligenstadt/ Heusenstamm) – Strafen: 8:4 Minuten –Siebenmeter: 4/2:6/4.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas