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Mannschaftskollegen in der tschechischen U18-Nationalmannschaft, bald wohl auch in der A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen: Tomas Piroch (links) und Mikulas Cejka. (Foto: WMK)

Melsungen zieht - auch über die Landesgrenzen hinaus!

Nicht nur die Profiabteilung der MT Melsungen hat sich einen Namen gemacht und ist attraktiv für gute Spieler geworden. Auch die Bemühungen um den Nachwuchs machen große Schritte nach vorn. Das belegt nicht nur das im Januar erstmals erhaltene Zertifikat für exzellente Jugendarbeit der HBL. Der Club wird zunehmend interessant für Talente, und das sogar über bundesdeutsche Grenzen hinaus.

Im Herbst des vergangenen Jahres erhielt Mikulas Cejka, Linksaußen der B-Jugend, erstmals eine Einladung in die U18-Nationalmannschaft Tschechiens. Und transportierte seine guten Erfahrungen mit dem Melsunger Handball im Dezember zum Fortbildungslehrgang in sein Heimatland. Einer seiner Mannschaftskameraden: Tomas Piroch. Der Rückraumspieler ist derzeit in Pilsen aktiv, spielt seit der E-Jugend Handball und wird seitdem durchgehend trainiert von seinem Vater, Jiri Piroch. Der wiederum hat als ehemaliger tschechischer Nationalspieler einen Blick auf die Karriere seines Sohnes, spielte selbst acht Jahre in Frankreich und auch in der deutschen Regionalliga für Bad Neustadt.

Tomas berichtete nach dem Lehrgang seinem Vater, Mikulas der MT. Und schnell war der Kontakt hergestellt, bei dem sich mit Petr Hruby auch das tschechische Urgestein der MT einschaltete. Ein Termin für das erste Beschnuppern wurde spontan vereinbart. Im Januar war Tomas zum Kennenlernen und für ein mehrtägiges Probetraining in Melsungen. Und das tschechische Talent machte dabei nicht nur am Ball eine sehr gute Figur.

Auch aus seiner Sicht hinterließ der Besuch auf Einladung von Jugendkoordinator Axel Renner Eindruck. Von seinen möglichen künftigen Kollegen war er sofort angetan. „Das ist eine sehr nette Truppe. Vor allem die Wohngemeinschaft für junge Spieler gefällt mir gut“, urteilte der Jung-Internationale. Das Training unter Georgi Sviridenko empfand er als „anstrengend, aber qualitativ wertvoll“. Auch Vater Jiri war beeindruckt, insbesondere von den möglichen Trainingsumfängen und der professionellen Anleitung in der Fuldastadt: „Wir haben zwar in Pilsen auch fünfmal in der Woche Training, aber nur nachmittags und abends. Vielleicht ein oder zweimal im Monat eine Krafteinheit frühmorgens vor der Schule. Uns fehlen auch die professionellen Trainer und nicht alle Jugendlichen sind gleich fokussiert“.

Knapp fünfhundert Kilometer weg von daheim, das ist für einen Jugendlichen ein einschneidender Schritt, zumal in ein anderes Land. „Ich muss so schnell wie möglich Deutsch lernen. Ich will mich körperlich und technisch weiterentwickeln, und das kann ich hier“, sagt Tomas motiviert. Was bedeutet, dass er den schweren Weg zu gehen bereit ist. Natürlich mit Unterstützung seines Vaters, der dabei nicht nur an die Perspektiven für den Filius denkt, sondern seinen Sohn im Umfeld der Landsleute Cejka und Hruby gut aufgehoben sehen würde. Die Bilanz des Besuchs ist bereits gezogen und  die Bereitschaft zur Zusammenarbeit  beidseitig bekräftigt. Jetzt müssen noch die nötigen formalen Schritte in die Wege geleitet werden, dann ist Tomas Piroch ab dem Sommer in der A-Jugend-Bundesliga für die MT am Ball.

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