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In der Deckung lief es nicht gut: Christian Damm sah nach misslungenem Abwehrversuch noch Gelb. Im Hintergrund wendet sich Dimitri Ignatow enttäuscht ab, Fabian Meyfarth hatte keine Chance, das Gegentor zu verhindern. (Foto: WMK)

Oberliga: 34:34 - Punkteteilung in Münster

Die Oberliga-Handballer der MT Melsungen II bleiben in dieser Saison auf Krimis spezialisiert. Auch bei der TSG Münster fiel der Ausgleichstreffer von Dimitri Ignatow zum 34:34 (19:18) erst drei Sekunden vor Schluss. „Übers Spiel gesehen haben wir einen Punkt verloren, in der letzten Minute aber dann doch eher gewonnen“, war Trainer Georgi Sviridenko zwiegespalten in seiner Analyse.

„Für uns war‘s aber klar ein gewonnener Zähler“, urteilte dagegen Münsters Trainer Jens Illner. Nicht ohne Grund, denn zwischenzeitlich sahen die Nordhessen schon wie die Sieger aus. Während die erste Hälfte weitgehend ausgeglichen verlief, profitierte die MT etwas verspätet vom eigewechselten Torhüter Fabian Meyfarth.

Maurice Paske hatte zunächst keine Hand an den Ball bekommen und schon nach 13 Minuten nach dem 8:9 seinen Platz geräumt. Bis dahin hatte Münsters Bastian Schwarz schon sechsmal getroffen. Auch, weil die rot-weiße 5:1-Deckung viel zu passiv blieb und eher einen Schritt zurück machte als einen halben auf den Gegner zuzugehen. „Wir haben vor allem Ulshöfer nicht in den Griff bekommen. Er war ein perfekter Vorbereiter“, sagte Melsungens Übungsleiter.

Nach einer Auszeit, mehreren Wechseln und der Umstellung auf eine 6:0-Formation in der Abwehr wendete sich das Blatt. Christian Damm blockte einen Ball weg, Fin Backs spielte den langen Ball auf Dimitri Ignatow und der netzte zum 11:10, der ersten Gästeführung (16.). Alle drei waren erst kurz zuvor aufs Feld gekommen. Weil auch Merlin Kothe traf, der noch drei seiner ersten vier Versuche versiebt hatte, hielt die knappe Führung bis zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel zur Nervensache. Mit Vorteilen für die Nordhessen, die ihre Angriffe geduldig bis an den Rand der Passivität ausspielten, um im richtigen Moment doch noch zu explodieren. Zunächst blieb Münster noch dran, dann trug Melsungens Disziplin Früchte. Petr Hruby traf nach prima Pass von Kothe in Unterzahl nicht nur zum 24:22, sondern die TSG damit mitten ins Mark (39.). Cornelius Feuring und Ignatow nach langem Pass des einmal mehr glänzend parierenden Meyfarth erhöhten auf 26:22. Und als der flinke Rechtsaußen neun Minuten vor Schluss noch zum 30:25 traf, schien die Partie entschieden.

Illner griff zum letzten Mittel, brachte mit Marc Kunz seinen dritten Schlussmann ins Spiel und ordnete doppelte Manndeckung gegen den MT-Rückraum an. Mit Erfolg. „Ich hätte nicht gedacht, dass das den Gegner so aus dem Tritt bringt“, war selbst der TSG-Coach überrascht. Seine Mannschaft machte Tor um Tor gut, ging 100 Sekunden vor der Schlusssirene mit 33:32 erstmals wieder nach vorn. „Wir haben den Kopf verloren und mehr im Rückraum mit Kreuzen gespielt als unsere Außen besser einzusetzen“, ärgerte sich Sviridenko. Nach Backs‘ Ausgleich und Jonas Ulshöfers neuerlicher Hausherren-Führung waren nur noch 20 Sekunden auf der Uhr.

Genug, um die Zeit herunterzuspielen und den allerletzten Wurf zu nehmen. Ignatow übernahm das, machte den Ausgleich aus fast unmöglichem Winkel und krönte damit seine fabelhafte Leistung mit dem elften Volltreffer. Was Sviridenko zwar letztendlich durchschnaufen ließ, aber dennoch zu der Erkenntnis führte, „dass wir diese Partie nie hätten aus der Hand geben dürfen“.

 

Statistik

MT II: Paske (0 Paraden, 9 Gegentore), Meyfarth (12 P./23 G.); Kienast, Hruby 4, Bärthel, Kothe 7, Ignatow 11/5, Damm, Feuring 7, Weiß, Gisbrecht 2, Backs 2, Petersen 1, Grolla.

TSG: Busch (6 P. / 10 G.), Klein (5 P. / 12 G.), Klein (4 P. / 12 G.); Kruse, Storck 2, Schwarz 9/2, Ulshöfer 8, Frieman 4, Gonzales Borja, Dautermann 5, Ikenmeyer 2, Jacobi, Katzer 3, Schuster, Dries 1.

Zuschauer: 200 – Schiedsrichter: Budde / Ehlert (Großrohrheim / Lorsch) – Strafen: 6:4 Minuten – Siebenmeter: 6/5:3/2.

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