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So frei wie hier Christian Damm kamen die Melsunger nur selten zum Wurf. Dennoch bewegten sie sich mit dem Tabellenführer lange Zeit auf Augenhöhe. (Foto: MTT)

Oberliga: Zehn kopflose Minuten spielten dem Spitzenreiter in die Karten

Ernüchterndes Ende einer lange Zeit guten Vorstellung: die Handballer der MT Melsungen II unterlagen dem Oberliga-Spitzenreiter SG Bruchköbel mit 31:38 (16:18), boten dabei dennoch eine gute Vorstellung – bis zur 44. Spielminute. „Dann sind wir zusammengebrochen und haben den Kopf verloren“, sagte MT-Trainer Georgi Svridenko. Und SG-Coach Oliver Hubbert bekannte: „Das war ein hartes Stück Arbeit hier“.

Das erste Signal der Partie kam von Torhüter Meyfarth, der gegen Michael Nath parierte, das zweite von Cornelius Feuring, der sich zum Kreis durchsetzte und das erste Tor des Abends erzielte. Doch dann war erst einmal Funkstille bei der MT, spielte der Ligaprimus seine individuellen Stärken aus, zog das Spiel in die Breite und erarbeitete sich damit eine 4:1-Führung (5.). Erst als die Aktionen im MT-Rückraum koordinierter abliefen und Eugen Gisbrecht das Spiel besser in den Griff bekam, robbten sich die Gastgeber langsam wieder heran.

Neben Feuring traf auch Merlin Kothe aus dem Rückraum und hinten machte Fabian Meyfarth seinen Kasten weitgehend dicht. Die auf 5:1 umgestellte Deckung funktionierte zudem wesentlich besser. Der Lohn war der 10:10-Ausgleich, erzielt nach 18 Minuten durch einen Tempogegenstoß von Mark Petersen sowie Jan Grollas Wurf in den Winkel zur 12:11-Führung (23.). „Der Melsunger Rückraum hat eine sehr gute Qualität. Wir haben ihn lange nicht in den Griff gekriegt“, gab Hubbert zu. Zwar korrigierte Bruchköbel das Resultat wieder zu seinen Gunsten, aber Melsungen blieb dran, weil Grolla den auf Rechtsaußen gewechselten Feuring im Rückraum gut ersetzte.

Nach der Pause belebte Fin Backs das Spiel. Zwei Tore des Linksaußen bedeuteten den neuerlichen Ausgleich zum 19:19, Grolla gelang das 21:20 (35.). Ein Unterschied zwischen Titelanwärter und Abstiegskandidat war bis zu diesem Zeitpunkt nicht auszumachen. Erst als Iteb Bouali im Gästetor zulegte und zwei Siebenmeter von Eugen Gisbrecht und Mark Petersen entschärfte, setzten sich die Südhessen wieder auf 23:26 ab (44.). „Wir konnten den MT-Rückraum in dieser Phase mehr unter Druck setzen, dazu kamen endlich ein paar Bälle vom Torhüter, die wir zu schnellen Toren nutzen konnten“, beschrieb Hubbert den Knackpunkt der Partie aus Sicht der Südhessen. „Zwei, drei Fehler im Angriff haben uns zurückfallen lassen, danach wollte das jeder sofort wieder ausbügeln. Aber Einzelaktionen waren keine gute Wahl. Wir hätten mehr Kopf gebraucht“, erklärte Sviridenko auch gleich die Folge daraus.

Denn diesmal ließ sich der Tabellenführer die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Während bei der MT die Kräfte sichtbar nachließen, baute die SG auf 29:24 aus. „Unser Plus war, dass wir mit den Günes-Brüdern noch einmal frische, schnelle Spieler reinholen konnten“, sagte Hubbert. Selbst in Überzahl wollte der MT nichts mehr gelingen, im Gegenteil machte Aydin Günes drei Tore hintereinander und schraubte das Ergebnis neun Minuten auf 32:26 hoch – die Vorentscheidung, nach der sich die MT in ihr Schicksal ergab. Bis auf zehn Tore zog die SG davon (27:37, 56.), ehe Magnus Rulff, Jan Grolla und Christian Damm wenigstens noch Ergebniskosmetik betreiben konnten. „Bruchköbel war in den entscheidenden Momenten kaltschnäuziger als wir“, lautete das Fazit von Sviridenko. Was die sieben Tore Differenz am Ende keinesfalls rechtfertigte, denn Melsungen hielt gegen den haushohen Favoriten lange Zeit sehr gut mit.

Statistik

MT II: Paske (5 Paraden, 15 Gegentore), Meyfarth (9 P./ 23 G.); Rulff 2, Kienast, Hruby 1, Bärthel 1, Kothe 6, Damm 1, Feuring 6/1, Weiß 1, Gisbrecht 4/1, Backs 3, Petersen 2, Grolla 4.

SGB: Bouali (11 P. / 28 G.), Reich (2 P. / 3 G.); Hoffmann 7, Wolff 3, Nath 4, Nuez Ramos 7/6, Vuko, Zutic 4, Hartmann, F. Günes 3, A. Günes 5, Heuer 3, N. Bätz 2, M. Bätz.

Zuschauer: 180 – Schiedsrichter: Kaplan / Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg) – Strafen: 4:6 Minuten – Siebenmeter: 4/2:7/6.

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