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Mit vier Toren war Petr Hruby trotz Doppelbewachung durch Pohlheims Johannes Träger (77) und Max Rühl (9) zweitbester Melsunger Schütze. (Foto: WMK)

Oberliga: 24:24 - MT II bringt Vorsprung wieder nicht ins Ziel

Einen Punkt beim Fünften geholt, aber trotzdem enttäuscht. Denn einmal mehr hatte es die MT Melsungen II beim 24:24 (10:10) in Pohlheim in der Hand, im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Oberliga doppelt zu punkten. Und verspielte zum wiederholten Male einen klaren Vorsprung in der Schlussphase. „Diesmal brauchen wir erst gar nicht zu reden: den Zähler haben wir ganz eindeutig verloren“, sprach Trainer Georgi Sviridenko klare Worte.

Dabei drückte  die MT mit einer konzentrierten Abwehrleistung dem Spiel in der Anfangsphase ihren Stempel auf. Petr Hruby und Christian Damm im Innenblock machten den direkten Weg zum Tor dicht, so dass Pohlheims Torjäger Chris Grundmann weite Wege gehen musste, um zu Erfolgen zu kommen. Darauf aufbauend gingen die Nordhessen schnell mit 4:1 in Führung (6.). Wobei Eugen Gisbrecht und Alexander Bärthel noch weitere gute Gelegenheiten liegen ließen. „Wir haben zu viele Bälle schlecht aufs Tor geworfen und auch viel Pech mit Holztreffern gehabt“, sagte HSG-Trainer Tomasz Jezewski.

Bis auf 8:4 bauten die Melsunger ihren Vorsprung aus, scheiterten dann aber mehrfach an Jan Wüst im HSG-Tor. Weil sich Pohlheim zudem besser auf den stark aufspielenden Merlin Kothe einzustellen wusste, kam das bis dahin durchaus ansehnliche Angriffsspiel der Bartenwetzer ins Stocken. Grundmann und Pohlheims Linkshänder Jonas Schuster drehten auf und nach einem der vielen im Vorwärtsgang verlorenen Bälle gelang Dennis Weisel der 9:9-Ausgleich (24.), in dessen Folge die Partie zusehends von den starken Abwehrreihen beherrscht wurde. „Mit Fabian dahinter hat das bei uns richtig gut geklappt“, freute sich auch Sviridenko über das engagierte Auftreten seiner Hintermannschaft.

Durch einen Grundmann-Siebenmeter kamen die Gastgeber nach dem Wechsel zur ersten Führung, gekontert von Florian Weiß. Schön anzusehen war das Spiel nicht mehr, dafür sehr intensiv und zunehmend physisch geführt. Zum Vorteil für die Gäste. Weiß führte das Angriffsspiel geschickt und verstand es, seine Nebenleute in Szene zu setzen. Cornelius Feuring brachte die MT wieder mit zwei nach vorn (14:12, 41.).

Im Tor war Fabian Meyfarth längst zum Faktor geworden, vorn war mitunter Glück im Spiel. So war Kothes Ball, den Wüst unter sich begrub, Zentimeter hinter der Linie, Mark Petersens Siebenmeter klatschte der HSG-Schlussmann ins eigene Netz ab zum 18:15, Christian Damm und Petr Hruby legten nach – neun Minuten vor dem Ende war Melsungen mit 20:15 vorn.

Es reichte dennoch nicht. Weil plötzlich die Nerven wieder flatterten, Bälle verloren gingen und Pohlheim sich in einen kleinen Rausch spielte. „Wir lagen verdient hinten, haben dann aber die Abwehr noch einmal umgestellt und das sehr gut gelöst“, beschrieb Jezewski die Phase, als Merlin Kothe per kurzer Deckung fast komplett aus dem Spiel genommen wurde und Melsungen ins Schwimmen geriet. Nur fünf Minuten brauchte die HSG, um auf 22:22 auszugleichen. Kothe holte den Vorteil zwar noch einmal zurück, dann war Pohlheim plötzlich sogar vorn. „Alle hatten Angst vor Entscheidungen. Wir haben heute zum wiederholten Male in dieser Saison in einer Stresssituation versagt“, machte Melsungens Trainer seiner Enttäuschung Luft. Und konnte sich nicht einmal mehr richtig über Fin Backs freuen, der mit drei Sekunden Restzeit auf der Uhr immerhin noch einen Punkt sicherte.

 

Statistik

MT II: Meyfarth (17 Paraden, 23 Gegentore), Paske (bei einem Siebenmeter, 0 P./ 1 G.), Mügge (n. e.); Rulff, Hruby 5, Bärthel 1, Kothe 7, Damm 1, Feuring 2, Weiß 2, Gisbrecht, Backs 1, Petersen 4/4, Grolla 1.

HSG: Wüst (1 Tor, 13 P. / 23 G.), Schlegel (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Happel, Weisel 3, Rühl 6, Schuster 3, Erdmann 1, Niclas 1, Dönicke, Grundmann 8/3, Pausch, Sahin, Ohrisch 1, Träger.

Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Dobhan / Dreier (Münster) – Strafen: 2:2 Minuten – Siebenmeter: 4/4:3/3.

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