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Unzufrieden mit sich selbst und dem Spiel ihrer Mannschaft: die MT-Routiniers Petr Hruby und Eugen Gisbrecht. (Foto: WMK)

Oberliga: Bittere Pleite im Kampf um den Klassenerhalt

Die Luft in der Handball-Oberliga wird immer dünner für die MT Melsungen II. Nach dem 22:33 (9:16) beim bisherigen Tabellennachbarn TuS Dotzheim rückt der Klassenerhalt langsam in kaum mehr erreichbare Ferne. Dabei war es nicht die Niederlage allein, die Trainer Georgi Sviridenko ärgerte: „Wir haben uns schon vor der Halbzeit aufgegeben. Es sind uns schon einige Spiele verloren gegangen diese Saison, aber doch bitte nicht so“, ärgerte sich Melsungens Übungsleiter.

Am Ende standen nicht weniger als 36 technische Fehler und Fehlwürfe auf dem Statistikzettel. Viel zu viele, um einen beileibe nicht unschlagbaren Gegner niederhalten zu können. Allerdings muss die Rolle von Dotzheims Torhüter Paul Windheim herausgestrichen werden. Er avancierte mit einer Quote von annähernd 50% gehaltenen Bällen zum Matchwinner für die Südhessen. Vor allem aus der Nahdistanz war er kaum zu überwinden. Ob Petr Hruby oder Christian Damm vom Kreis, Eugen Gisbrecht aus dem Rückraum oder nach der Pause Fin Backs im Gegenstoß – der TuS-Keeper blieb ein ums andere Mal Sieger.

„Wir hatten eine hervorragende Deckungsleistung mit einem herausragenden Torhüter dahinter“, freute sich Dotzheims Trainer Hans-Josef Embs über seine Defensivabteilung. Und konnte schon nach 22 Minuten erstmals durchatmen. Denn da hatten seine Spieler den frühen 0:2-Rückstand in eine 12:5-Führung umgewandelt und damit den Grundstein zum Sieg gelegt. Zu ausrechenbar war das Spiel der Nordhessen, zu hoch die Fehlerquote, zu stark Windheim. Immerhin wuchs der Rückstand bis zur Pause nicht noch weiter an.

Das tat er nach dem Seitenwechsel, als Merlin Kothe zum wiederholten Mal den Pfosten traf, Fin Backs nur das Außennetz und Florian Weiß, der später nach einer dreiviertel Stunde verletzt ausscheiden musste, das Leder schon im Vorwärtsdribbeln verlor. Dotzheim nutzte diese Schwächen konsequent und führte zehn Minuten vor Schluss scheinbar sicher mit 27:19. Doch dann rappelte sich die MT doch noch einmal auf. Jan Grolla, Christian Damm und Fin Backs verkürzten auf fünf Tore und holten das Momentum zurück. „Da war ich mir längst noch nicht sicher, dass wir das auch gewinnen würden“, gab Embs zu.

Dass die kaum angefangene Aufholjagd jedoch ein jähes Ende fand, lag an einer Strafe gegen Grolla – und an Windheim. Der parierte nach Eugen Gisbrechts Siebenmeter auch ein weiteres Mal gegen Damm vom Kreis und brach damit den letzten Widerstand der Gäste. Der Rest war Schaulaufen der Dotzheimer, die auch in der Schlussphase jede noch so kleine Chance zum Torerfolg suchten und nutzten. Im Gegensatz zu den Melsungern. „Das Brennen hat uns heute gefehlt. Die Mannschaft hat zu keinem Zeitpunkt den Kampf angenommen“, analysierte Sviridenko resigniert. Wissend, dass das rettende Ufer zum Klassenerhalt nach dieser Niederlage ganz weit weg ist.

 

Statistik

MT II: Paske (6 Paraden / 24 Gegentore), Meyfarth (2 P. / 9 G.); Hruby, Bärthel, Kothe 4, Damm2, Feuring 5, Weiß 2, Gisbrecht 4/1, Backs 4, Petersen, Grolla 1.

TuS: Windheim (20 P. / 22 G.), Großkurth (n. e.); Otto 4, Bonnkirch, Assmann 5, Mo. Schubert 6, Wenzel 2, Denard, Battermann 1, Ma. Schubert 1, Jamin, Teuner 10/2, During 4, Ben-Hazaz.

Zuschauer: 250 – Schiedsrichter: Götz / Pfuhl (Habitzheim) – Strafen: 4:6 Minuten – Siebenmeter: 2/1:2/2.

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