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Vier Tore von Eugen Gisbrecht gegen seinen ehemaligen Verein waren nicht genug, um in die Nähe eines Erfolges zu kommen. (Foto: WMK)

Oberliga: Volle Stadtsporthalle im Derby gegen Gensungen, aber keine Punkte

Die Würfel sind gefallen. Nach ihrer 21:29 (10:15)-Niederlage gegen die ESG Gensungen/Felsberg muss die MT Melsungen II nach zwei Oberliga-Jahren den Gang zurück in die Landesliga antreten. Über 900 Zuschauer machten das Altkreisderby zu einem echten Handballfest für die Region. Richtig heiße Stimmung kam nur in den ersten Minuten und für kurze Zeit nach der Pause auf, ansonsten dominierten die Gäste klar.

Aber was war das auch für ein Start. Erst parierte Fabian Meyfarth glänzend gegen Max Pregler, dann blieb Marc Lauterbach nicht minder spektakulär gegen Petr Hruby Sieger. Und es war noch keine volle Minute gespielt, als Alexander Bärthel im Tempogegenstoß das 1:0 erzielte und Pregler mit einer Strafe von Feld musste. Nur der Auftakt einer rasanten Anfangsphase, in der sich die Gäste mit drei Toren in Unterzahl sofort leicht absetzen konnten.

Diesen knappen Rückstand vermochte die MT zunächst konstant zu halten, aber nicht auszugleichen. Bis sich die Stockfehler im Angriff häuften und einige schwer nachvollziehbare Entscheidungen der Referees dazukamen. So sah Christoph Koch lediglich Gelb für seine Hand im Gesicht von Merlin Kothe, als der zum Torwurf durchbrechen wollte. Nur eine der Szenen, die sichtbar Wirkung hinterließen. Denn immer fahriger wurde das Spiel der Rot-Weißen, immer sicherer dagegen die Aktionen der Edertaler. Sieben Tore im Folge bescherten den Gästen eine komfortable 12:4 Führung (20.). Bezeichnend: als Maurice Paske einen Siebenmeter von Jan-Hendrik Otto gehalten hatte, orientierten sich alle Melsunger sofort nach vorn. Den Abpraller sicherte sich aber Hannes Bauer und hatte völlig freie Bahn zum Torerfolg.

Und doch: auf einmal lief es wieder bei den Gastgebern. Tor um Tor wurde abgeknabbert, die Abwehr stand gut. Noch besser stand Fabian Meyfarth, der einen Ball nach dem anderen entschärfte; die Grundlage für das Tempospiel nach Ballgewinnen über die Außen Alexander Bärthel und Mark Petersen. Im gebundenen Spiel kamen nun auch die Pässe an den Kreis an. Petr Hruby war gleich zweimal erfolgreich und verkürzte auf 9:12 (27.). „Wir hatten uns Geduld im Angriff verordnet und in dieser Phase auch eine gute Linie gehabt. Leider konnten wir das nicht konstant über das Spiel hinweg halten“, sagte Melsungens Trainer Georgi Sviridenko.  Gensungen durfte sich anschließend bei Christoph Koch bedanken, dass es nach dessen Doppelpack zur Pause wieder etwas klarer aussah.

Schien es nach dem Seitenwechsel und zwei Gegenstoßtreffern durch Dimitri Ignatow zunächst so, als könne die MT die Partie noch einmal spannend machen (13:16, 36.), fing sich die ESG diesmal jedoch schnell wieder. Ähnlich wie schon im ersten Durchgang ging minutenlang gar nichts mehr zusammen bei den Hausherren. Alexander Bärthel versuchte erst Benedikt Hütt, dann Max Pregler mit kurzer Deckung aus dem Spiel zu nehmen, doch das nutzten prompt Tim Schneider und Vince Schmidt zu Toren.

Weil die ESG auf jede Umstellung der Melsunger eine Antwort parat hatte und alle Fehler gnadenlos ausnutzte, nahm das Ergebnis bald Ausmaße an, die keinen Zweifel am Ausgang mehr ließen. Über 15 Minuten hinweg vermochte allein Eugen Gisbrecht dreimal Marc Lauterbach zu überwinden, sonst trafen nur die Edertaler. Max Pregler schraubte den Vorsprung zehn Minute vor dem Ende bis auf 16:27 hoch. „Wir hatten einen sehr guten Torhüter, der unserer Abwehr Sicherheit gegeben hat und Garant dafür war, dass wir in unsere Gegenstöße gekommen sind“, machte Kauffeld die entscheidende Phase nicht zu Unrecht am ganz starken Marc Lauterbach fest.

In der verbleibenden Zeit war es für die MT jedoch auch eine Frage der Ehre, nicht völlig kampflos unterzugehen. Mit Magnus Rulff und Fin Backs trafen zwei A-Jugendliche, zweimal war Cornelius Feuring, einmal Merlin Kothe erfolgreich. So dass das Ergebnis schließlich in einem vertretbaren Rahmen blieb, der allerdings die Kräfteverhältnisse an diesem Abend auch in der Höhe korrekt widerspiegelte. „Wir hatten natürlich individuell tolle Leistungen, konnten aber auch spielerisch überzeugen“, freute sich Kauffeld über den souveränen Auftritt seiner Mannschaft. Was auch Sviridenko anerkannte: „Das Resultat spiegelt die gezeigten Leistungen und geht in Ordnung. Wir konnten nie zeigen, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten“.

 

Statistik

MT II: Meyfarth (11 Paraden, 22 Gegentore), Paske (5 P./ 6 G.), Mügge (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Rulff 1, Kienast, Hruby 2, Bärthel 2, Kothe 2, Ignatow 2, Damm 1, Feuring 5, Gisbrecht 4, Backs 1, Petersen 1.

ESG: Lauterbach (17 P. / 20 G.), Wicke (1 P. / 1 G.); Bauer 3, Rossel 2, Gerhold 1, Balke, Hütt 1, Schmidt 2, Pregler 7/2, Otto 2/2, Schneider 3, Koch 3, Walther 5, Pollmer.

Zuschauer: 920 – Schiedsrichter: Kaplan / Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg) – Strafen: 12:8 Minuten – Siebenmeter: 1/0:5/4.

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