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Oberliga: Niederlage in letzter Sekunde - 27:28 in Wiesbaden

Einen bitteren Saisonauftakt erlebten die Oberliga-Handballer der MT Melsungen II. Bei der HSG VfR/Eintracht Wiesbaden, dort wo in der vergangenen Saison noch einer von am Ende nur zwei Auswärtssiegen heraussprang, unterlagen sie diesmal unglücklich mit 27:28 (16:14). „Wir haben gekämpft bis zum Schluss und hatten einen Punkt eigentlich schon in der Tasche, dann unterläuft dieser blöde Fehler“, haderte Trainer Georgi Sviridenko.

Es stand unentschieden, Melsungen war in Ballbesitz und kurz zuvor war zwölf Sekunden vor Schluss der Wiesbadener Max Kellner mit einer Strafe vom Feld gegangen. Überzahl also, als in Vorbereitung auf den finalen Wurf bei einem harmlosen Pass im Rückraum Danic Seiwert dazwischen springt und den Tempogegenstoß in allerletzter Sekunde erfolgreich abschließt. Ein Punkt praktisch sicher, den zweiten direkt vor Augen, dann die kalte Dusche und leere Hände zum Saisonauftakt.

Bis zu diesem folgenschweren Lapsus war nicht alles golden bei der Bundesliga-Reserve, aber in Anbetracht der Umstände deutlich im positiven Bereich. Abwehrspezialist Matthias Kienast fehlte dienstlich und wurde schmerzlich vermisst (Sviridenko: „Er hätte unserer Deckung die fehlende Sicherheit geben können“), Mit Marius Krug war nur ein Neuzugang dabei und wegen paralleler Spielansetzung kam keine Verstärkung aus der A-Jugend mit in die Landeshauptstadt.

Dennoch erwischte die MT einen prima Start und führte nach einem Doppelschlag von Merlin Kothe nach zwölf Minuten mit 8:4. Den Wiesbaden in eine eigene 13:12-Führung drehte, weil die Melsunger Torhüter vor dem Seitenwechsel kaum eine Hand an den Ball brachten. Eine mit drei Treffern von Mark Petersen, Petr Hruby und Eugen Gisbrecht perfekt genutzte Überzahl führte dennoch zur Pausenführung für die Nordhessen.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Fabian Meyfarth im Tor, aber die Kräfte ließen spürbar nach. Eugen Gisbrecht, Alexander Bärthel, Mark Petersen und Petr Hruby bis zu seinem späteren Ausscheiden mussten ohne jede Verschnaufpause durchspielen. Die Führung wechselte mehrfach, bis Wiesbaden beim Stand von 23:22 nach Petr Hrubys dritter Zeitstrafe und der damit verbundenen Disqualifikation auf die Siegerstraße einzubiegen schien (48.).

Aber: Melsungen bäumte sich auf. „Klasse, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat und bravourös weiter gekämpft hat“, fand Sviridenko lobende Worte für die Einstellung seiner Spieler. Die den Verlust ihres besten Torschützen weggesteckt hatte und trotz der vielen Handicaps um ein Haar gepunktet hätte. Wäre nicht Sekunden vor dem Ende dieser fatale Fehlpass unterlaufen.

 

Statistik

MT II: Paske, Meyfarth; Hruby 6, Krug 3, Bärthel, Kothe 3, Kerst, Feuring 3, Gisbrecht 5, Petersen 5/5, Grolla 1.

HSG: Kunkel, Robinson; Fuhrig 4,Corazolla 2, Seith 4, Schuhmacher 5/2, Seiwert 5, Pareigis 6, Kellner 1, Stademann 1, Henkelmann, Schubert.

Zuschauer: 100 – Schiedsrichter: Lebherz / Mostert (Seligenstadt/ Heusenstamm) – Strafen: 8:14 Minuten – Siebenmeter: 3/2:5/5.

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