DHB-Team startet mit 6 MT-Profis in die Olympiavorbereitung

Am heutigen Dienstag, einen Tag später als ursprünglich angekündigt, gab der Deutsche Handballbund (DHB) den Kader für den ersten Teil der Olympiavorbereitung bekannt. Unter den 17 Spielern befinden sich mit Silvio Heinevetter, Finn Lemke, Julius Kühn, Kai Häfner, Timo Kastening und Tobias Reichmann gleich sechs MT-Profis. Dieser Vorbereitungskader ist jedoch noch nicht die finale Nominierung für das am 24. Juli beginnende olympische Handballturnier in Japan.

Die offizielle Meldung des DHB:

17 Spieler des erweiterten 28er-Olympiakaders werden am Montag, 5. Juli, nach Herzogenaurach reisen, um sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Bundestrainer Alfred Gislason formierte das Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft unmittelbar nach Abschluss der Bundesligasaison 2020/21.

„Mit der Nominierung zum kommenden Lehrgang und dem Start der direkten Vorbereitung haben wir die nächste Stufe der Vorfreude auf die Olympischen Spiele erreicht“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes und in Tokio Leiter der Teilmannschaft Handball. „Nun muss sich der engste Kreis zu 100 Prozent auf das Auftaktspiel des olympischen Handballturniers gegen Europameister Spanien vorbereiten.“

An diesem Mittwoch wird der DOSB unter anderem die Nominierung der Teilmannschaft Handball für die Olympischen Spiele bekanntgeben. Mit einer Kommunikation hierzu ist im Laufe des Vormittags zu rechnen.

Teil des Lehrgangs in Herzogenaurach ist ein Drei-Nationen-Turnier. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft trifft in Nürnberg auf Brasilien (Freitag, 9. Juli, 20.15 Uhr) und Ägypten (Sonntag, 11. Juli, 15.05 Uhr). SPORT1 überträgt diese Partien ebenso live wie das Spiel Brasilien gegen Ägypten (Samstag, 10. Juli, 14.45 Uhr).

Am Mittwoch, 14. Juli, werden die deutschen Handballer dann nach Japan reisen – zunächst zur zweiten Vorbereitungsphase nach Tokushima, dann am 22. Juli nach Tokio und ins Olympische Dorf. Gegner in der Gruppenphase werden Europameister Spanien, Argentinien, Rekord-Weltmeister Frankreich, Norwegen und Brasilien sein.

Das Aufgebot für den Lehrgang:

Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL), Silvio Heinevetter (MT Melsungen), Johannes Bitter (TVB Stuttgart, ab 1. Juli HSV Hamburg).

Linksaußen: Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen).

Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (MT Melsungen).

Kreis: Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen).

Rückraum Mitte: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig, ab 1. Juli SC Magdeburg), Juri Knorr (TSV GWD Minden, ab 1. Juli Rhein-Neckar Löwen).

Rückraum links: Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin).

Rückraum rechts: Kai Häfner (MT Melsungen), Steffen Weinhold (THW Kiel).

Abwehr: Finn Lemke (MT Melsungen)
(Quelle: dhb.de)

Bereits letzte Woche hatten mit Kiels Kreisläufer Patrick Wiencek und Berlins Rückraumspieler Fabian Wiede zwei eigentlich sichere Kandidaten für Tokio ihre Olympiateilnahme abgesagt. Wiencek hat seinen kürzlich erlittenen Wadenbeinbruch noch nicht vollständig auskuriert und Wiede verzichtet wegen anhaltender Schulterprobleme.

Nominierungsregularien

Im Gegensatz zu anderen Großturnieren wie Welt- oder Europameisterschaften dürfen beim olympischen Handballturnier statt 16 nur 14 Spieler im eigentlichen Kader stehen. Außerdem ist ein Ersatzspieler erlaubt und zwei weitere Spieler für den Trainingskader. Sollte sich zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli einer der nominierten Spieler verletzen. kann ein Tausch vorgenommen werden. Allerdings nur innerhab des ursprünglichen 28er Kaders. Danach sind Wechsel im Zuge eines "Late Athletes Replacements" nur noch mit medizinischem Attest möglich. Am 23. Juli, also einen Tag vor dem olympischen Auftakt der DHB-Auswahl gegen Spanien, müssen beim Technical Meeting in Tokio die 14 nominierten Spieler und der erste Ersatzmann benannt werden. Während des Turniers gibt es ingsesamt maximal drei Wechselmöglichkeiten.