Elf Wolf-Tore waren zu wenig

Das Pech bleibt der MT Melsungen 2 treu. Trotz kämpferisch erneut guter Leistung und viel Moral langte es beim 31:33 (15:15) gegen das Team HandbALL Lippe 2 abermals nicht zum Punktgewinn. Und das, obwohl Tom Wolf (Foto: Heinz Hartung) nicht nur elfmal traf, sondern auch im Deckungszentrum eine gute Partie ablieferte.

Von der ersten Minute an war volle Konzentration und Vollgas angesagt bei den Melsungern. Unter Beweis gestellt von Wolf, der hinten sofort den ersten Ballgewinn sorgte und Rene Andrei, der noch vor Ablauf der ersten Minute per Tempogegenstoß traf. Und auch als die Führung nach ersten kleinen Fehlern im Aufbau durch Konter von Marco Bilanzola und Frederik Puls sowie einen Treffer von Ralfs Geislers zum 3:5 (6.) erstmals verloren ging, schlugen die Hausherren konsequent zurück: Tom Wolf zum 6:5 (8.), nachdem Andrei und Jan Grolla schnell ausgeglichen hatten.

Die Frequenz der Tore blieb hoch, ebenso wie die Zahl der Führungswechsel. Erst waren die Gäste wieder dran und abermals die MT 2, ehe Lemgo eine Zeitstrafe gegen Benjamin Fitozovic nutzte, um beim 8:10 (Hark Hansen, 15.) wieder zwei dazwischen zu legen. Auch das hatte keinen Bestand, weil der Ausgleich nach einer Auszeit von Trainer Florian Weiß nicht lange auf sich warten ließ und Jost Liebergesell einen clever abgefangenen Ball gleich aus der eigenen Hälfte ins gerade leere Tor gegenüber zirkelte – 11:10 (18.).

Bis hierher waren die Torhüter noch kein Faktor. Jan Lasse schien einer werden zu können, als er mit einer Doppelparade gegen Sadik Emre Herseklioglu und Puls sowie gleich anschließend mit dem gehaltenen Siebenmeter von Hansen ein dickes Zeichen setzte. Doch die Ostwestfalen ließen sich davon nicht beirren, zogen durch Lars Bakker gar auf 11:14 (23.) davon. Und hatten bei Halbzeit doch nichts davon. Herbst war Vorbereiter bei Andreis Gegenstoß zum 13:14 (26.), den Abschluss des ersten Durchgangs besorgte Jonas Riecke vom Siebenmeterstrich. Alles wieder auf Null gestellt nach 30 Minuten.

Der Wiedereinstieg gehörte den Nordhessen. Erst durch Jason Wilfers Führung nach feinem Zuspiel von Wolf, dann durch zwei klasse Paraden von Herbst, wobei eine aus einem Kopftreffer von Meeno Carstensen bestand, der dafür zwei Minuten auf die Bank musste. Wolf erhöhte mit seinem siebten Streich auf 17:15 (36.). Im Gegensatz zum ersten Durchgang fielen im zweiten weit weniger Tore. Was natürlich am teils verbissen geführten Abwehrkampf auf beiden Seiten lag. Jedoch auch daran, dass nach Herbst auch der zum Ende der ersten Hälfte eingewechselte Mika Heine auf Lemgoer Seite auf sich aufmerksam machte.

Der Schlussmann der Gäste war einer der Gründe, warum das Wechselspiel der Führungen aus dem ersten Durchgang auch im zweiten seine Fortführung fand. Hansen war erfolgreich zum 17:18 (41.). Aber auch Herbst blieb stark: Wolf mit dem 20:19 (43.). Und doch keine Sicherheit für die Melsunger, denn flugs sahen sie sich wieder mit dreien hinten, als Geislers den Vierer-Lauf zum 20:23 (46.) vollendete. Was sich schon wie eine kleine Vorentscheidung anfühlte.

Doch noch gaben sich die Nordhessen nicht auf. Spielten, kämpften, bewiesen viel Moral. Die nach der Halbzeit ins Spielgenommenen Außen Lino Duketis und Leon Stehl trafen, ebenso der vor dem Seitenwechsel blass gebliebene Jonas Riecke. Wolf stockte sein Konto auf elf auf, brachte Melsungen wieder auf 25:26 (52.) ran, Jonas Riecke glich aus. Und doch reichte es nicht im Schlussspurt. Weil es in der Deckung nicht mehr passte. Fast jeder Angriff der Gäste war erfolgreich, die MT 2 damit zum Nachziehen gezwungen. Das gelang zwar ebenfalls zuverlässig, war aber zu wenig. So dass Rene Andreis 31:32-Hoffnungsschimmer in der Schlussminute verpuffte, als Hark Hansen die gestellte Wurffalle selbstverständlich annahm, aber nicht hineinfiel sondern zum Endstand verwandelte.

Statistik
MT Melsungen 2: Herbst (14 Paraden / 33 Gegentore), Büde (n. e.); Stehl 1, Riecke 4/1, Grolla 3, Reinbold 1, Liebergesell 1, Wöhler 1, König, Fitozovic 1, Duketis 2, Wilfer 1, Wolf 11, Andrei 5, Atting – Trainer Florian Weiß.
HandbALL Lemgo II: Goldbecker (2 P. / 21 G.), Heine (5 P. / 10 G.) – Wöffler, Herseklioglu, Kehrmann, Ter Duis, Carstensen 2, Puls 2, Hübke, Bakker 1, Bilanzola 4, Geislers 5, Hansen 12/1, Rahmlow 7 – Trainer: Matthias Struck.
Schiedsrichter: Fabian Schwarz / Arthur Krispenz (Dahn / Wiesbaden) - Zeitstrafen 4 : 6 Minuten – Strafwürfe 1/1 : 3/2 - Zuschauer: 122.

Verlauf: 1:0 (1.), 3:2 (4.), 3:5 (6.), 6:5 (8.), 6:7 (10.), 8:7 (11.), 8:10 (15.), 11:10 (18.), 11:14 (23.), 13:14 (26.), 15:15 (Halbzeit) – 17:15 (36.), 18:19 (41.), 20:19 (43.), 20:23 (46.), 23:25 (48.), 26:26 (53.), 26:28 (55.), 29:30 (58.), 31:33 (Ende).