MT2: Durch entfesselte zweite Halbzeit zum Auswärtssieg
Die MT Melsungen hat mit dem 36:30 (12:15) beim TV Bissendorf-Holte ihren zweiten Sieg hintereinander gelandet. Nach einer durchwachsenen bis eher schwachen ersten Hälfte spielte sich die MT 2, angeführt vom überragenden Tom Wolf, nach dem Seitenwechsel in einen kleinen Rausch und siegte letztlich verdient. Die gewonnen Punkte bewirken einen Sprung nach oben auf Tabellenplatz zehn, nun wieder mit etwas beruhigenderem Abstand nach unten.
Im Angriff viel zu passiv und mit zu viel Distanz zur Bissendorfer Deckungsreihe blieb das Spiel der Melsunger zunächst weitgehend drucklos. Da half es nur bedingt, dass Tom Wolf und Jona Ricke aus der zweiten Reihe sowie Benjamin Fitozovic die Partie bis zum 3:3 (4.) offenhielten. Denn es folgten vermeidbare Fehler schon im Kombinationsspiel, das die Gastgeber mit einem leichten Vorrücken auf sieben Meter wirkungsvoll störten. Auf der anderen Seite funktionierte das A-Jugend-Duo Wolf und Jason Wilfer erst einmal gut, bis Bissendorfs Spielmacher Christian Russwinkel auch mal den Kreisläufer gab und traf. Der gerade erst aus einer Verletzung zurückgekehrte Julian Jenner traf von halbrechts, die MT 2 lag mit 3:6 hinten (10.).
Spielerisch fingen sich die Nordhessen, bei denen Jona Rietze die Fäden zog, doch der Lohn der Steigerung blieb aus. Rietzes Ball sprang von der Lattenunterkante zurück ins Feld, der Schlag in Jost Liebergesells Unterleib beim Wurf blieb ungeahndet und als Jakob König mustergültig freigespielt wurde, war TV-Schlussmann Fabian Ullrich zur Stelle. Dass dessen ganz starke Leistung er ersten Hälfte nicht noch mehr Ungemach für die Melsunger bedeutete, war Pawel Krawczyk zu verdanken, der ihm nicht viel nachstand. Die Umstellung von Trainer Florian Weiß auf einen Feldspieler mehr brachte durch Riecke die Annäherung auf 10:11 (24.). Kurz darauf waren die Hausherren wieder weg und hielten ihren Vorsprung auch bis in die Halbzeit.
Doch nach Wiederbeginn war er schnell aufgebraucht. Zwar strahlte Bissendorf mit seinem Rückraumtrio der Rußwinkel-Brüder Christian und Fabian zusammen mit Julian Jenner in der Breite mehr Gefahr aus. Doch die MT 2 hatte plötzlich einen Tom Wolf, der im Alleingang den Kampf der Distanz-Shooter aufnahm. Wobei das nicht ganz stimmte, denn er streute auch mal Gefühlvolle ein und lieferte außerdem klasse Anspiele. Dreimal Wolf zum 15:16 (34.), noch zweimal Wolf zum 19:19 (39.), dann ein Zauberanspiel auf Jason Wilfer, der mit seinem 20:21 (41.) die Partie erstmals drehte.
Es war der Auftakt zu turbulenten und wechselhaften Minuten, in denen die Führung mehrfach wechselte. Den Gastgeber halfen lautstarke Hallensprecher-Animation des Publikums, beeindruckte Referees und zwei Zeitstrafen gegen Wilfer und Riecke. Derart unterstützt konnte Bissendorf gar nicht anders, als in Person von Fabian Rußwinkel zurückzuschlagen. Auch Jenner schlug wieder zu, beantwortet diesmal nicht von Wolf, sondern von Riecke. Die MT 2 verstand es in dieser zweiten Hälfte,alle ihre Stärken abzurufen und einzusetzen. Bis zum 26:26 (23.), herbeigeführt selbstverständlich von Tom Wolf und Fabian Rußwinkel, blieb es ein packendes, teils dramatisches und vor allem komplett offenes Match.
Etwas überraschend kam der Wechsel auf der Torhüterposition von Pawel Krawczyk auf Jannik Büde. Der Pole hatte absolut nicht schlecht gehalten, aber Trainer Florian Weiß wollte Zeichen setzen. Wie schon vorher, als er ausgerechnet in der durchaus kritischen Phase, als es hätte kippen können, dem A-Jugendlichen Jannis Kirchhoff seinen Drittliga-Einstand befahl. Der es ihm mit solidem Spiel dankte. Entscheidenden Charakter hatte dann aber tatsächlich die Büde-Personalie. Kalt von der Bank gekommen machte er den Kasten dicht, selbstverständlich hervorragend unterstützt von seiner auch nach 50 Minuten noch frisch und zügig verschiebenden Deckung. Und da war ja auch noch Tom Wolf. Der schweißte die Kugel gleich dreimal in Folge ins Netz: 26:29 (54.)
Es war die Vorentscheidung, weil Büde einfach kaum zu bezwingen war. Einmal von Fabian Rußwinkel, klar, einmal noch per Siebenmeter von Levin Zare, geschenkt. Aber sonst? Paraden in Reihe, bis einmal mehr Wolf am Kreis Wilfer fand und der zum 28:34 (59.) vollstreckte. Der Auswärtssieg war in trockenen Tüchern, die Distanz zum direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt auf nun vier Punkte ausgebaut. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aus der sicher Tom Wolfs zweite Halbzeit und die Schlussphase des Jannik Büde herauszuheben sind.
Statistik
MT Melsungen 2: Krawczyk (1 Tor / 10 Paraden / 26 Gegentore), Büde (6 P. / 4 G.); Riecke 8, Reinbold, Rietze 3, Liebergesell 1, Wöhler, König 6/4, Fitozovic 4, Duketis, Wilfer 2, Wolf 11, Kirchhoff – Trainer Florian Weiß.
TV Bissendorf-Holte: Ullrich (12 P. / 21 G.), Behrenswerth (3 P. / 15 G.) – Reinecke, Jenner 4, Stricker, Seger, Tamms, Brack 4, Kastner, C. Rußwinkel 5, Bormann 2, Meyer 2, Goldbeck, F. Rußwinkel 9, Kurchev, Isfahani 4/2 – Trainer: Andrej Kurchev.
Schiedsrichter: Jerome Breuer / Dennis Schaaf (Aachen / Gangelt) - Zeitstrafen 8 : 8 Minuten - Strafwürfe 5/4 : 2/2 - Zuschauer: 380.
Verlauf: 1:0 (2.), 2:3 (4.), 6:3 (10.), 9:8 (18.), 11:8 (22.), 13:10 (26.), 15:12 (Halbzeit) – 16:15 (34.), 19:19 (39.), 20:21 (41.), 23:22 (44.), 23:24 (44.), 25:24 (50.), 26:29 (54.), 27:32 (57.), 30:35 (Ende).